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D-Mark, hätte zur Abstimmung mit den Füßen oder zu politisch instabilen Verhält- nissen geführt.

Also bleiben die Fehler bei der wirtschaft- lichen Vereinigung. Viele Ökonomen sehen bereits im damals gültigen Umtausch- verhältnis von 1:1, also eine Westmark für eine Ostmark, den ersten Sündenfall der Vereinigung. Hans Werner Sinn aber geht weiter: Er kritisiert die damaligen Treuhandfirmen. Sie führten, obwohl sie noch keine einzige Firma verkauft hatten, bereits 1991 erste Lohnerhöhungen nach westlichem Tarifrecht im Osten durch. Die Treuhandfirmen wollten Westlöhne im Osten haben, um ausländischen Investoren keine Vorteile beim Aufkauf von Ostfirmen zu verschaffen.

Das Problem dabei: Die Löhne wurden sehr schnell sehr stark angehoben - die Produktion jedoch blieb weit hinter den Lohnsteigerungen zurück und die aus- ländischen Investoren blieben aus. Die Firmen wurden abgewickelt und die Arbeitsplätze gingen verloren. Stagnation kehrte ein. An diesem Fehler der ersten Stunde laboriert der Osten, laboriert ganz Deutschland noch heute. Denn die Folge war: Massenarbeitslosigkeit. Seit 1995 schleichen wir in Ost und West beim Wachstum hinter den meisten anderen europäischen Ländern her. Nach Hans-Werner Sinn wird der Osten sogar erst ab 2020 eine Chance auf Wachstum bekommen.
Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
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