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Der 9. November - der heimliche Feiertag Deutschlands
09.11.2009
Zwanzig Jahre danach
Der Tag der Deutschen Einheit ist zwar der 3. Oktober; die Berliner Mauer aber fiel am 9. November 1989. Und der 9. November ist deshalb auch jedes Jahr der heimliche Feier- tag der Deutschen. tagesblick.de blickt auf 20 Jahre Mauerfall zurück. Zunächst aber auf den 9. November 1938.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland, von der NSDAP organisiert, tausende von jüdischen Geschäften zerstört und geplündert, hunderte von Synagogen gingen in Flammen auf und rund 400 jüdische Mitbürger wurden getötet oder in den Selbstmord getrieben. Es war die sogenannte "Reichskristallnacht"wie sie die Nazis ironisch nannten, die später offiziell Reichspogromnacht genannt wurde. Die Reichspogromnacht ist der Übergang von der systematischen Diskiminierung deutscher Juden, zu deren systematischen Verfolgung und Ermordung.

Genau 61 Jahre später, am 9. November 1989 ein anderes Ereignis: Die Berliner Mauer öffnet sich und Tausende von DDR-Bürgern strömen überglücklich in den Westen - und wieder zurück. Die geöffnete Mauer, ein Zufallsprodukt der Geschichte, wie der Spiegel in seiner letzten Ausgabe vor- treffllich schilderte. Ein Zusammentreffen einiger Mißverständnisse, ein paar mutiger Menschen und viel Glück. Das reichte, um die anscheinend so unüberwindbare Mauer ein- zureißen.

Der Mauerfall von 1989 wäre aber ohne die
Novemberpogrome von 1983 nicht denkbar. Ohne die Vernichtung von Millionen von Menschen, Juden, Sinti und Roma, Homo- sexueller und politischer Widerstands- kämpfer, ohne den Vernichtungskrieg gegen Rußland, den Krieg gegen Frankreich, England und die USA, wäre es nie zu einem getrennten Deutschland und zum Mauerbau gekommen. Somit auch nicht zum Mauerfall - zum vielleicht glücklichsten Tag der Deutschen Geschichte überhaupt.

Auch wenn den Politikern 1989 der Mut gefehlt hat, den 9. November zum offiziellen Feiertag zu machen, wäre es vielleicht dennoch angebracht gewesen. Darüber lässt sich trefflich streiten - und darüber streitet sich die zweite Reihe der Politik auch jedes Jahr. Denn mit der Forderung den 9. November auch zum offiziellen Gedenktag des Mauerfalls zu machen, bekommt man in der Bild-Zeitung jedes Jahr einen großen Artikel, auch wenn die eigene politische Karriere sonst keine Bild-Schlagzeile wert ist.

Unabhängig von solchen medialen Über- legungen würden vielleicht gerade einer der schrecklichsten deutschen Tage, der 9. November 1938, und einer der glücklichsten, der 9. November 1989, die Spannbreite der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert wie kein anderer Tag zusammenfassen, quasi in einem Brennglas sichtbar zu machen.

Vom Blick zurück, ein Blick in die Gegenwart und Zukunft. Die Gegenwart, wird, wenn man rund um
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