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Guido Westerwelle soll private und politische Interessen miteinander verknüpft haben
12.03.2010
Deutschlands unbeliebtester Außenminister
Das Amt des Außenministers ist in Deutschland normalerweise ein Posten, auf dem sich leicht Lorbeeren einsammeln lassen. Das war schon bei dem langjährigen Amtsinhaber Hans-Dietrich Genscher (FDP) so. Auch der frühere Revoluzzer Joschka Fischer (Grüne) avancierte innert kürzester Zeit zum beliebtesten Politiker. Selbst der wenig populäre Klaus Kinkel (FDP) erzielte noch einen Wert von 38 Prozent. Nur bei Westerwelle funktioniert das nicht. Gerade einmal 26 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass er seine Sache gut macht. Auf der Top-Ten-Beliebtheitsskala rangiert nur noch Links-Parteichef Oskar Lafontaine hinter ihm.

Seit Westerwelle seine Hartz IV-Debatte vom Zaun gebrochen hat, ist er Dauerthema in den Medien. Dabei wird allerdings nicht immer richtig deutlich, dass es sich hier um ein eigenartiges Phänomen handelt. Während eine Mehrheit von ca. 70 Prozent Westerwelles These für richtig hält, dass Arbeitslose stärker gefordert werden sollen, ist eine genauso grosse Mehrheit überzeugt, dass Westerwelle den falschen Tonfall gewählt hat und seiner Partei schadet.

Hinzu kommt, dass die Hauptstadt-Journaille nicht zu Westerwelles unbedingter Fangemeinde gehört. Vielen gilt er als zu arrogant und zu marktschreierisch. Dies dürfte mit ein Grund sein, dass er in dieser Woche massiv unter Beschuss geraten ist. Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach mutmasste, wenn man wie der FDP-Chef derart auf
die Pauke haue, dürfe man sich über „ein Echo in ähnlicher Lautstärke nicht wundern.“ Zu Wochenbeginn wurde Westerwelle vorgeworfen, dass er seinen Lebenspartner Michael Mronz auf seine Auslandsreisen mitnimmt.

Es ist richtig, dass auch frühere Außenminister ihre Ehefrauen haben mitreisen lassen. Nur waren die anders als Mronz nicht wirtschaftlich tätig. Mronz organisiert und vermarktet Sport-Events. Auf seiner derzeitigen Reise mit Westerwelle durch Südamerika informieren sich beide auf der letzten Station in Rio de Janeiro über Sport-Großereignisse wie die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016.

Offiziell aber ist Mronz privat dabei und engagiert sich nur als Vorstandsmitglied der Aktion „Ein Herz für Kinder“. In dieser Eigenschaft hat er in Chile eine Spende übergeben. Westerwelle verteidigte seinen Lebenspartnerr, wobei er sprachlich allerdings auf Distanz ging: „Ich freue mich, dass sich Herr Mronz die Zeit nimmt, mich auf eigene Kosten zu begleiten, um sich in der Region über soziale Projekte zu informieren und dafür zu engagieren. Das wollen und werden wir fortsetzen.“

Mitte der Woche kamen weitere Vorwürfe hinzu. Westerwelle würde nur Großspender an die FDP auf seine Reisen mitnehmen und begünstige außerdem ein Unternehmen, an dem sein Bruder Kai beteiligt sei. Dieses Unternehmen, die Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH, hat
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