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Neue Details über supergünstigen Baukredit
22.12.2011
Wulffs Bauernopfer
Am Donnerstag ging Wulff in die Offensive und trat erstmals selbst vor die Presse, nachdem er das Wort bislang seinen Anwälten überlassen hatte. Schuld daran war die überraschende Entlassung eines langjährigen vertrauten Olaf Glaeseker. Der frühere Journalist Glaeseker hatte Wulff seit 1999 betreut und galt bislang als der entscheidende Mann hinter Wulff. Glaeseker wird ein wesentlicher Anteil am Aufstieg Wulffs ins Amt der niedersächsischen Ministerpräsidenten zugeschrieben. Warum Glaeseker seinen Hut nehmen musste, blieb unklar. Wulff selber dankte zwar Glaeseker ausdrücklich. Einen Grund für die Trennung nannte der Bundespräsident jedoch nicht. Das gibt Mutmaßungen, es handele sich um ein Bauernopfer, treffliche Nahrung. Es gibt auch Meldungen, wonach Glaeseker selbst um seine Entlassung gebeten habe.

Wulff entschuldigte sich in seiner Vier-Minuten-Erklärung für die unvollständige Information über seinen Privatkredit: „Das war nicht geradlinig und tut mir leid.“ Wulff hatte in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident einen Kredit über 500.000 Euro zu äußerst günstigen Konditionen von der Unternehmersgattin Edith Geerkens erhalten. Diesen Kredit hatte er bei einer Anfrage der Grünen im niedersächsischen Parlament zu Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens verschwiegen.

Wulffs Anwalt hat inzwischen erklärt, dass Egon Geerkens an den Verhandlungen über den Kredit sehr wohl beteiligt gewesen sei. Unklar ist zudem, warum der
Kredit über 500.000 Euro abgeschlossen wurde, obwohl Wulffs neues Haus für sich und seine zweite Frau Bettina nur 415.000 Euro gekostet hat. Auch wird die Frage gestellt, warum er Egon Geerkens auf Reisen als Ministerpräsident mitgenommen hat, obwohl der damals schon gar nicht mehr aktiv im Geschäftsleben stand.

Mit keiner Silbe ging Wulff am Donnerstag auf neue Details zu einem zweiten Darlehen ein, mit der er den Geerkens-Kredit 2010 ablöste - nach der Anfrage im Landtag. Dieser Kredit der BW Bank, einer Tochter der Landesbank Baden-Württemberg, läuft sogar über 520.000 Euro und wird lediglich mit 0,9 bis maximal 2,1 Prozent verzinst. Derartige Konditionen erhält kein normaler Häuslebauer in Deutschland. Derartige Verträge gibt es nur für Unternehmen.

Über Wulff zieht sich ein gewaltiges Gewitter zusammen. Noch aber hält Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihm, auch wenn sich ihr Sprecher Steffen Seibert zurückhaltend äußerte: „Die Worte des Bundespräsidenten stehen für sich. Ihnen ist nichts hinzuzufügen.“ Merkel hat jedoch weder an einem Rücktritt noch an einem starken Bundespräsidenten Interesse. Zum einen hat sie vor anderthalb Jahren mit Horst Köhler schon einen ihrer Schützlinge überraschend verloren. Auch Wulff kam dank Merkel ins Amt. Zweitens ist ihr ein Präsident lieber, der die von ihrer Koalition beschlossenen Gesetze
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