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FDP erwartet Erklärung bis Ende der Woche
03.01.2012
Es wird einsam um Christian Wulff
Es wird einsam um Christian Wulff. Besonders beredsam ist das Schweigen in den Reihen der CDU. Der „Tagesspiegel“ zitierte am Dienstag einen namentlich nicht genannten Bundestagsabgeordneten mit den Worten, man werde den Präsidenten nun „seinem Schicksal überlassen.“ Offene Unterstützung aus den eigenen Reihen hat Wulff seit Jahresbeginn nicht mehr erhalten. Selbst in seiner Heimat Niedersachsen rücken immer mehr von ihm ab. Karl-Heinz Klare, Fraktionsvize im Landtag, beklagte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Viele Parteifreunde haben bei mir angerufen. Alle äußerten sich negativ zu Wulffs verhalten.“

Nachdem am Montag bekannt geworden war, dass Wulff einen Bericht der „Bild“-Zeitung über den Erwerb seines Hauses durch direkte Intervention bei der „Bild“-Chefredaktion und der Springer-Verlagsleitung hatte verhindern wollen, wurden am Dienstag weitere Details bekannt. Demzufolge hatte sich der Bundespräsident auch direkt an Springer-Mehrheitsaktionärin Hilde Springer gewandt. Auch dort war er abgeblitzt.

Die zum Springer-Konzern gehörende „Welt“ vermeldete zudem am Dienstag einen weiteren Interventionsversuch. Im letzten Sommer hatte Wulff versucht, einen Bericht der „Welt am Sonntag“ über seine Familie zu verhindern. Darin wurde auch seine Halbschwester Bettina Mertschat-Wulff erwähnt, mit der er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. „Sie ist die Schwester, die es eigentlich nicht gibt.“, hieß es damals im Bericht. Wulff hatte damals sowohl
beim Chefredakteur als auch beim Verlag protestiert und sogar den betreffenden Redakteur ins Schloss Bellevue einbestellt. Dort hatte er diesem persönlich mit „unangenehmen und öffentlichkeitswirksamen Konsequenzen“ gedroht.

In den Medien kam Wulff am Dienstag nicht gut weg. Dort musste er sich als „Schnäppchen-Präsident“ oder „Salami-Präsident“ titulieren lasse, der nur scheibchenweise mit der Wahrheit herausrücke. Einhellig wurde mangelnder Respekt vor der Pressefreiheit gerügt. Wulff verweigerte am Montag erneut die Auskunft und ließ lediglich über seine Pressestelle mitteilen, dass er die Pressefreiheit für „ein hohes Gut“ erachte.

Durch sein Schweigen wird seine Lage jedoch nicht besser. Immer offener geht die FDP auf Distanz zu dem Mann, den sie vor zwei Jahren mitgewählt hat. FDP-Vize Volker Zastrow erklärte: „Wenn es so sein sollte, dass er als Bundespräsident persönlich zum Hörer greift, einen Chefredakteur anruft, auf die Mailbox spricht, dann ist das nicht die Größe, die ich von einem Bundespräsidenten erwarte.“ Zastrow erwartet, dass der Bundespräsident „sich diese Woche erklärt.“

Auch SPD und Grüne forderten Wulff auf, sich öffentlich zu erklären. "Die politische Schonfrist geht zu Ende", erklärte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Beide Partien verlangten zudem eine Stellungnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil sagte: „Nun muss Frau Merkel erklären, ob Herr Wulff ihren Ansprüchen
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