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Bundespräsident lehnt Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht an „Bild“ ab
05.01.2012
FDP geht weiter auf Distanz zu Wulff
Lange hat Bundespräsident Wulff vom Wohlwollen der „Bild“ gelebt. Statt über schmutzige Scheidungsdetails zu berichten, rückte das Boulevardblatt seinerzeit ausführlich das neue Glück mit der zweiten Ehefrau Bettina ins Rampenlicht. Doch nun erlebt Wulff die Kehrseite der Medaille, die der Vorstandsvorsitzender der Springer AG, Mathias Döpfner, einmal so umrissen hat: "Wer mit der 'Bild'-Zeitung im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“

Im Fernsehinterview am Mittwochabend hatte Wulff gesagt, er habe in seiner Mailbox-Nachricht auf dem Anrufbeantworter von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann nur um einen Tag Aufschub für die Berichterstattung über den Kauf seines Hauses gebeten: „Ich habe nicht versucht, sie zu verhindern. Ich habe darum gebeten, einfach abzuwarten und in der Berichterstattung aufzunehmen, dass ich den Vertrag offenbart habe, die private Kreditgeberin genannt habe, und nicht zu berichten, man habe das recherchiert.“

Dem widersprach der stellvertretende „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome vehement: „Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden.“ Um das Ganze zu klären bat Diekmann Wulff dann öffentlich auf „Bild-Online“ den Wortlaut veröffentlichen zu dürfen. Diekmann machte zudem darauf aufmerksam, dass man am 11. Dezember einen Aufschub gewährt habe. Nachdem es am Tag darauf zunächst eine Einigung mit Wulffs kurz
vor Weihnachten geschasstem Sprecher Olaf Glaeseker gegeben habe, sei diese kurz vor Redaktionsschluss zurückgezogen worden. Dann habe Wulff versucht Diekmann zu erreichen und auf die Mailbox gesprochen.

Wulff lehnte am Nachmittag die Veröffentlichung postwendend ab: „Die in einer außergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschließlich für Sie
und für sonst niemanden bestimmt“, heißt es in einem veröffentlichten Brief an Diekmann. Wulff weist im weiteren darauf hin, dass er sich kurz darauf entschuldigt habe und die Entschuldigung angenommen worden sei: „Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben.“ Wulff zeigte sich erstaunt, dass Teile seiner Nachricht den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hätten. Dadurch würden sich grundsätzliche Fragen zur Vertraulichkeit von Telefonaten stellen.

Mit dieser Weigerung hat sich Wulff keinen Gefallen getan. Denn zum einen hat er am Vorabend größtmögliche Transparenz angekündigt und den Vorwurf der Salamitaktik vehement zurückgewiesen. Doch offenkundig weiß Wulff nicht mehr so ganz genau, was er eigentlich gesagt hat. Darauf deutet der Satz hin: „Das habe ich nach meiner Erinnerung auf der Mailbox-Nachricht trotz meiner emotionalen Erregung auch zum Ausdruck gebracht.“

Zweitens könnte „Bild“ eine Mitschrift auch ohne Einwilligung Wulffs veröffentlichen, ohne strafrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Das erklärte der Medienrechtler Martin Huff
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