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Warum es in Afghanistan keinen Frieden gibt - Hintergründe zum Tod eines Soldaten.
27.08.2008
Sprengfallen
Zum erstenmal sind in diesem Jahr mehr Menschen in Afghanistan ums Leben ge- kommen, als im Irak. Darunter auch wieder ein Bundeswehrsoldat, der gestern mit drei weiteren Bundewehrsoldaten in eine Spreng- falle fuhr. Die drei anderen wurden leicht verletzt. Die Sicherheitslage am Hindukusch wird immer prekärer und vermehrt sind deutsche Soldaten betroffen. Ein paar Fakten zu den Hintergründen.

Die Opferzahlen in Afghanistan nehmen zu. Die Zivilen, wie auch die der Soldaten. Nach konservativen Schätzungen von Hilfs- organisationen sind bei Kämpfen und Anschlägen in diesem Jahr mehr als 3000 Menschen getötet worden, darunter etwa 1000 Zivilisten. Nach Angaben der Caritas haben vor allem die Selbstmordanschläge erheblich zugenommen. So waren es im Jahr 2005 nur 50 , bereits 2006 waren es 200 und allein in diesem Jahr melden sogar NATO-Kommandeure eine Zunahme von Gewalt- taten um 40 Prozent. Und immer mehr trifft es auch den bislang ruhigeren Norden. Dort, wo auch die Bundeswehr stationiert ist.

Wieder ein Bundeswehrsoldat getötet

Bei dem Anschlag vom Dienstag handelt sich bereits um den dritten Anschlag im August. Anfang des Monats waren drei Bundes- wehrsoldaten bei einem Selbstmord- attentat in der Nähe von Masar-i-Sharif verletzt worden. Vor einer Woche war eine Patrouille in der Nähe von Feisabad angegriffen worden. Bei dem darauffolgenden Schus- swechsel wurde auch einer der Angreifer verwundet.

Bundesverteidigungsminister Franz - Josef Jung hat am Mittwoch aber betont, dass Deutschland seiner Aufgabe nachkommen werde, ihren Beitrag zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan zu leisten. Die Frage aber stellt sich: Kann sie das überhaupt?

Hintergründe der Gewalt

Geht es denn noch um eine "Stabilisierung der Sicherheitslage", wie Jung es nennt, oder ist es so, dass die "Bundeswehr in Afghanistan Krieg führt", wie der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe es am Montag in einem Interview mit der Süd- deutschen Zeitung bezeichnet hat?

Welche Gründe hat denn dieser sprunghafte Anstieg von Gewalt in Afghanistan? Da ist zum einen die Tatsache, dass vor allem die Amerikaner Angriffe auf sie mit militärischer Gegengewalt beantworten. Dabei kommen auch immer wieder und immer mehr Zivilisten ums Leben. Die USA haben kein ziviles Wiederaufbau-Konzept für Afghanistan, sondern ein rein militärisches. Vor wenigen Tage erst kamen bei Angriffen der US-Luftwaffe 89 Zivilisten, vorwiegend Frauen und Kinder, in Asis Abad, im Westen des Landes ums Leben. Präsident Karsai schickte daraufhin afghanische Sicherheits- kräfte ins Dorf, die Lebensmittel und Zu- spruch bringen sollten. Doch die afghani- schen Polizisten wurden von der Dorf- bevölkerung angegriffen und mußten sich zurückziehen. Zivile Opfer untergraben das Vertrauen der Bevölkerung in die Streitkräfte.
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1 Kommentar
 
1) Liebe Isabella Pfaff, Hintergrundsberichte wie der Ihrige zum Thema Afghanistan sind sehr hilfreich, inhaltslose Aussagen und beschönigende Worthülsen unserer Politiker zu entlarven und die eigene Einschätzung zu schärfen!! Die Realität sieht meist anders aus als die vielgepriesene holde Theorie, basiert sie doch auf ganz einfachen, ethnisch bedingten menschlichen Reaktionen. Vielen Dank, Ihre Susanne Hussong
Kommentar von susannehussong | 06.09.2008 @ 15.55 Uhr
 
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