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Ein Kommentar zum republikanischen Parteitag in Minnesota
03.09.2008
Hilflos in St. Paul: der republikanische Parteitag
Einen Tag später als geplant begann gestern das volle Programm des Parteitages der Republikaner in Minnesota. Die Umstände von McCains Krönungsmesse sind denkbar kompliziert. Den Organisatoren weht Hurrikan Gustav um die Ohren - eine fatale Erinnerung an das Totalversagen der Regierung Bush bei der Bewältigung des Hurrikan Katrina vor drei Jahren.

In kaum einem anderen Fall wurden die menschenverachtenden Prioritäten der radi- kalen Regierung George W. Bushs offensichtlicher. Heute, beim Eintreffen des neuen Sturms, sind im sozial (und rassisch) gesäuberten New Orleans die Häuser immer noch nicht repariert. Millionen an Auf- baugeldern sind in fremden Taschen versackt. In ganzen Landstrichen sind die Verwüstungen durch Katrina noch sichtbar. Evakuierte - zumeist schwarze Sozialhilfe- empfänger - dürfen auch nach Jahren nicht in ihre Heimatstadt New Orleans zurückkehren.Demokratischer Saulus: Joe Lieberman
Demokratischer Saulus: Joe Lieberman

Präsident Bush will sich nun, seit dem Eintreffen von Gustav, als lernfähig beweisen. Hemdsärmelig besuchte er die Katastro- phenhilfe FEMA und ermahnte die Helfer zur schnellen Hilfe. Schon ironisch, wenn man bedenkt, dass sein Mann bei der FEMA im Fall Katrina sein Bestes tat, die Hilfe so weit wie irgend möglich zu reduzieren.

Gesäuberte Rednerliste

Wegen des Hurrikans sagte der Präsident seine Rede auf dem Parteitag der Republikaner ab. Ebenso wie Vize Dick Cheney. Das kann derzeit nicht schaden. Der republikanische Kandidat John McCain versucht, sich als eventueller Sachwalter des Bush-Erbes so weit wie möglich von dem grandios unpopulären Präsidenten abzu- setzen. Nichts schadet ihm mehr als der Vorwurf, in seiner Programmatik eigentlich nur ein Wurmfortsatz der Regierung Bush zu sein.

So versucht seine Kampagne auch alles, um den Kandidaten McCain attraktiv für Wechsel- wähler zu machen. Zuerst ernannte sie die beinahe gänzlich unerfahrene "Hockey-Mum" (O-Ton) Sarah Palin, Gouverneurin aus Alaska, zur Vize- präsidentschaftskandidatin. Die warb schon mal fleißig um enttäuschte Hillary Clinton-Anhängerinnen. Wohlgemerkt: als stock- konservative Abtreibungsgegnerin. Die ihrer Tochter auch im Falle einer Vergewaltigung eine Abtreibung verweigern würde, wie sie 2006 zu Protokoll gab.
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