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Die erste Debatte zwischen John McCain und Barack Obama: Liveblog auf tagesblick.
27.09.2008
Die erste Präsidentschaftsdebatte: Live-Blog
Jetzt geht die ganz heiße Phase des Wahlkampfs los. Die Fernsehduelle gelten traditionell als wahlentscheidend. Auch dieses Jahr wird mit Spannung erwartet, wie sich die Kandidaten John McCain und Barack Obama schlagen werden. Und welche Überraschungen auftauchen. Denn es sind schon so einige Kandidaten über ihr Auftreten in den Fernsehdebatten gestolpert - Al Gore wie Jimmy Carter sind nur zwei Beispiele.

Hin und Her vor der Debatte

Bis vor wenigen Stunden war noch unklar, ob die lange geplante Debatte überhaupt stattfinden würde. Gestern Abend hieß es noch, John McCain wolle die Debatte abblasen. Zu groß sei die Wirtschaftskrise, meinte der republikanische Kandidat. Er wolle lieber in Washington bleiben, um an den Verhandlungen über das Rettungspaket für Wall Street teilzunehmen. McCain kündigte an, den ganzen Wahlkampf einzustellen, bis die Rettungsmaßnahmen durch den Kongress seien.

Leider nahm John McCain aber niemand ab, dass er keinen Wahlkampf machen würde. Im Gegenteil. Viele Stimmen aus Washington meldeten Zweifel an McCains Reise nach Washington an. Die Verhandlungen seien schon viel zu weit fortgeschritten. Der Senator aus Arizona könne nichts Vernünftiges mehr beitragen.

Und Barack Obama? Der ignorierte McCain einfach und kündigte an, er werde bei der Debatte in Mississipi auftauchen. Egal, ob sein Gegner nun da sei oder nicht. "Ein Präsident muss in der Lage sein, mehr als eine Sache auf einmal zu bewältigen." Ein harter Schlag gegen McCain, der sich eben gerade als führungsstark präsentieren wollte.
So ist das McCain-Team in der Nacht auf Freitag auch eingeknickt. McCain wird an Debatte teilnehmen.

Eigentlich sollte neunzig Minuten über Außen- und Sicherheitspolitik gesprochen werden. Das sah nach einem Vorteil für McCain aus, der auf diesen Feldern anerkannter Fachmann ist. Nun wird viel über die Wirtschaftskrise gesprochen werden. Was klar zum Vorteil von Obama ist. Der genießt im Feld Wirtschaft nämlich weit mehr Vertrauen als sein republikanischer Konkurrent.

Um drei Uhr MEZ geht es los - spät nachts in Deutschland. Tagesblick-Autor Hanno Burmester berichtet aus Flagstaff, Arizona - McCains Heimatstaat.

2.28: Vergebliche Suche nach einer Bar, in der die Debatte gezeigt wird. Alle zucken hilflos mit den Schultern. Was ist das Problem? Kein Interesse an der Wahl? Ich laufe also zurück zu meinem Hostel, wo einige die Debatte schauen wollen.

3:04 Die erste Frage betrifft natürlich die Finanzkrise. Obama antwortet als erster - und will nicht Wall Street sondern Main Street helfen. Er macht vier klare Vorschläge. Offensichtlich ist diese Antwort im Vorneherein vorbereitet worden - klar durchdekliniert, und Obama greift direkt die Bush-Regierung und McCain an.

3.06: McCain antwortet direkt. Er erklärt erst mal, warum er entgegen der Ankündigung zur Debatte gekommen ist. Demokraten und Republikaner arbeiteten endlich zusammen und versuchten gemeinsam, die Krise zu bewältigen.

3.08: Die Kandidaten werden gefragt, ob sie den Rettungsplan befürworten. Obama antwortet nicht direkt: er habe den Plan noch nicht gesehen. Man müsse sich doch eigentlich fragen, wie dieses Chaos entstanden sei. Klare Kante gegen Bush also weiterhin - und gegen McCain, der immer gegen Regulierung der Finanzmärkte gewesen sei.
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2 Kommentare
 
1) Kommentar zu dem Kommentar von Julian Weber:
Da ich in den Augen von Herrn Weber wohl auch nicht über das nötige Verständnis wirtschaftlicher Mechanismen verfüge, verzichte ich darauf, auf seine Analysen einzugehen. Allerdings möchte ich gerne darauf hinweisen, dass auch seine Stellungnahme - mag sie in gewisser Hinsicht ein wichtiges Korrektiv sein - nicht objektiv, sondern normativ aufgeladen ist.
Erstaunlich dabei ist, dass jemand, der so hart und arrogant über andere richtet, wie Herr Weber es tut, selbst in der deutschen Rechtschreibung wenig bewandert zu sein scheint, mithin also wenig Verständnis für Sinn und Zweck orthographischer Konventionen aufbringt.
Kommentar von Maximilian Benz | 30.09.2008 @ 12.08 Uhr
 
2) Eher undifferenzierte und voreingenommene "coole Gutmenschen Übersetzung." Herr Burmeister, Sie zeigen, dass Sie wenig Verständnis für wirtschaftliche Mechanismen aufbringen wollen. Sie folgen dem populären Europäischen anti McCain Chorus und schreiben was die Leute hören wollen, ich glaube kaum, dass in Ihren Kommentaren McCain je ein relevante Chance hätte.

Meiner Meinung nach spielen sich solche Auftritte innerhalb zweier intellektueller Ebenen ab. Zum Einen in der "unteren" volksnahen populistischen und zum Anderen in der "oberen" inhaltlichen. Obama bewegt sich argumentativ an der oberen Grenze der "unteren Ebene" was von euch Journalisten als Intelligent, Weise und Gut aufgenommen wird. Nur selten schafft er es darüber hinaus.
McCain hingegen erreicht ein sehr "tiefes", sogar emotionales Niveau und folglich ein Grossteil der einfachen Wähler. Begeht er dann die obere Ebene, in der vorausgesetzt wird, dass der Zuhörer ein tiefes Verständnis von (oder grosse Erfahrung in) volkswirtschaftlichen Fragen hat ist er - so finde ich - sehr stark. Hier wird er vielfach vom Journalismus und Hobbypolitiker nicht mehr Verstanden. Dies endet dann darin dass die dumpfe Masse Europas "peinlich" kurzsichtig, ablehnt und das Gefühl hat besser als der Amerikaner zu sein.

Viele Akademiker, selbst Professoren erreichen diese obere Ebene in Ihrem Leben nie und verstecken sich hinter einer Fassade der Fachidiotie, die grässlicher nicht sein könnte, deswegen nehme ich es Ihnen auch nicht übel, wenn Sie meinen Kommentar nicht verstehen.
Kommentar von Julian Weber | 27.09.2008 @ 19.05 Uhr
 
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