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Lange war unklar, ob sie überhaupt stattfinden würde. Schlussendlich trafen John McCain und Barack Obama jedoch wie geplant zur ersten von drei TV-Debatten aufeinander.
Gestern Abend hieß es noch, John McCain wolle die Debatte abblasen. Zu groß sei die Wirtschaftskrise, meinte der republikanische Kandidat. Er wolle lieber in Washington bleiben, um bei den Verhandlungen über das Rettungspaket für Wall Street teilzunehmen. McCain kündigte an, den ganzen Wahlkampf einzustellen, bis das die Rettungs- maßnahmen durch den Kongress seien.
Leider nahm John McCain aber niemand ab, dass er keinen Wahlkampf machen würde. Im Gegenteil. Sogar aus Washington kamen viele Stimmen, die Zweifel anmeldeten, ob McCains Anreise auch nur einen Heller wert sei. Die Verhandlungen über das Rettungspaket seien schon viel zu weit fortgeschritten, um jetzt noch einzusteigen. Der Senator aus Arizona könne nichts Vernünftiges mehr beitragen.
Und Barack Obama? Der ignorierte McCain einfach und kündigte an, er werde bei der Debatte in Mississipi auftauchen. Egal, ob sein Gegner nun da sei oder nicht. "Ein Präsident muss in der Lage sein, mehr als eine Sache auf einmal zu bewältigen." Ein harter Schlag gegen McCain, der sich eben gerade als führungsstark präsentieren wollte. So ist das McCain-Team in der Nacht auf Freitag auch eingeknickt. Der Versuch des Republikaners, sich als starker Führer zu präsentieren, ist jämmerlich gescheitert. |
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Das ist schlecht für ihn. Denn die ganze Woche lief nicht gut für die Republikaner. McCain wurde als Mitverursacher der Wirtschaftskrise dargestellt. Und seine Vize-Kandidatin Sarah Palin gab ein weiteres katastrophales Interview, diesmal für CBS - womit zwei von drei längeren Auftritten der Gouverneurin aus Alaska als völlig misslungen bewertet werden dürfen.
Die Debatte
Eigentlich sollte heute neunzig Minuten über Außen- und Sicherheitspolitik gesprochen werden. Das versprach einen Vorteil für McCain, der auf diesen Feldern anerkannter Fachmann ist. Nun wurde jedoch im ersten Teil viel über die Wirtschaftskrise gesprochen. Was zum Vorteil von Obama war. Der genießt im Feld Wirtschaft nämlich weit mehr Vertrauen als sein republikanischer Konkurrent. Und hat das bestätigen können.
Viele Themen wurden angesprochen. Die Wirtschaftskrise, Irak, Afghanistan, Iran, Russland, Energiepolitik. Obama konnte überzeugen. Der Senator aus Illinois war ruhig, konzentriert, strukturiert. McCain hingegen war mal zu passiv, mal zu aufbrausend, meist zu sprunghaft - eine wilde Mischung, die seine wenigen guten Momente in schlechtes Licht rückten.
Eigentlich hätte der erfahrene Senator aus Arizona öfter punkten müssen. Aber Obama war zu gut vorbereitet. Und die Demokraten hatten eine zu gute Woche. McCain war also schon vor Beginn der Debatte im Nachteil. Den hat er nicht wieder gut machen können.
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