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Steinbrück vor Ausschuss - Hilfspaket für US-Banken scheitert
29.09.2008
Bankenkrise
Das 700 Milliarden US-Dollar-Hilfspaket für die angeschlagenen US-Banken ist am Mon- tagabend gescheitert. Das US-Abge- ordnetenhaus lehnte das Hilfspaket ab. Die Börsenkurse sind daraufhin dramatisch eingebrochen. Der Dow Jones büßte 500 Punkte ein. Das Weiße Haus arbeitet bereits an einem neuen Rettungs- plan. Auch immer mehr europäische Großbanken geraten ins Trudeln.

Es ist ein Alptraum: Der Börsenkurs an der Wallstreet ist am Montag dramatisch einge- brochen, nachdem das Abgeordneten- haus das 700 Milliarden-Hilfspaket für die US-Banken ablehnten.

Nicht nur in den USA, auch in Europa geht die Angst um. Eines aber vorweg: Deutsche Banken sind relativ sicher. Wer sein Geld auf einem Spar- oder Girokonto hat, muss vorerst nicht mit Problemen rechnen. Welche Aus- wirkungen diese weltweite Bankenkrise aber langfristig haben wird, ist noch nicht abzu- sehen. Vor allem dann nicht, wenn weiterhin kein US-Hilfspaket eine Mehrheit findet.

Nur zehn Tage nachdem US-Finanzminister Henry Paulson das Rettungspaket vorge- schlagen hatte, ließen Demokraten und Republikaner im Abgeordnetenhaus die grundsätzliche Einigung auf die Hilfsmaß- nahmen vom Wochenende durchfallen. Vor allem die konservativen Republikaner sollen das Hilfspaket abgelehnt haben. In einer dramatischen Abstimmung lehnten 228 Parlamentarier das Paket ab. Lediglich 205 stimmten zu.

Wie CNN berichtete, arbeitet das Weiße Haus bereits an einem neuen Rettungsplan. Ziel ist es, den eingefrorenen Kreditfluss
zwischen den Banken wieder in Gang zu setzen und weitere Turbulenzen auf den Fin- anzmärkten zu verhindern. Präsident George W. Bush hatte kurz zuvor noch eindringlich dazu aufgerufen, dem mühsam ausgehan- delten Plan zuzustimmen.

Mit dem geplanten 700-Milliarden-Dollar-Fonds will die US-Regierung angeschlag- enen Finanzhäusern faule Hypotheken- Kredite und darauf basierende Wertpapiere abkaufen.

Aber nicht nur in den USA, auch die euro- päische Geldbranche scheint einem Drama entgegen zu sehen. Die deutschen Finanz- institute und die Bundesregierung schnürten gemeinsam ein Hilfspaket, um die Hypo Real Estate zu retten.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verteidigte diese Entscheidung am Montag in Berlin. Es gehe um eine "geordnete Ab- wicklung" des Instituts in den nächsten Jahren. Eine Insolvenz hätten erheblichen Schaden für den deutschen Finanzmarkt und die deutsche Wirtschaft, so Steinbrück weiter.

Die Hypo Real Estate spezialisiert sich auf die Finanzierung gewerblicher Immobilien wie Bürogebäude oder Hotels sowie auf In- frastrukturprojekte wie Straßen oder Eisen- bahnen. Die Krise wurde durch die irische Tochter Depfa ausgelöst, die kurzfristig nicht genügend Mittel am Geldmarkt für das Tagesgeschäft leihen konnte.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird am Dienstag den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags über das 35-Mil- liarden-Hilfspaket für die Hypo Real Estate
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