Selten hat eine Debatte der Vize-Kandidaten so viel Aufhebens verursacht wie in diesem Wahljahr. Sarah Palin, Vize-Kandidatin von John McCain, und Joe Biden, Obamas 'running-mate', werden morgen neunzig Minuten live debattieren.
Der Austausch wird mit Spannung erwartet. Insbesondere, weil er die erste Möglichkeit bietet, Sarah Palin live und gezwungenermaßen spontan sprechen zu sehen. Alaskas Gouverneurin ist bisher insbesondere durch ihr Schweigen aufgefallen. Und beinahe absurde Patzer, wenn sie sich doch geäußert hat.  |
Das geschah in drei exklusiven Interview-Zyklen. Abseits dessen hat sich die erzkonservative Politikerin schwer zurückgehalten. Ihr Team ging so weit, der Presse nur Fototermine zu gestatten, als Palin vergangene Woche in New York mehrere Staatschefs und Politexperten wie Henry Kissinger zu Kurzgesprächen traf. Fragen wurden abgeblockt, Palin übte sich im Lächeln und Halten fotogener Posen.
Der Druck auf die Republikaner, Zugang zu Palin zu gestatten, ist jedoch enorm. Die bisherigen Gespräche mit CBS, Fox und ABC wurden dementsprechend genau beobachtet. Anstatt Palin jedoch, wie von den Republikanern erhofft, Zulauf zu bescheren, traf das Gegenteil ein. Jeder ihrer Patzer wurde hunderte Male in den Nachrichten wiederholt. Die für die Gouverneurin positiven Teile der Gespräche gingen in der Berichterstattung völlig unter. |