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Tag für Tag überschlagen sich die Schreckensmeldungen. In den USA wird mit Sorge gesehen, dass auch andere Länder in den wirtschaftlichen Abwärtssog geraten. Zudem ist das Land ratlos angesichts des freien Falls von Wall Street. Das Rettungspaket aus Washington verfehlt die Wirkung, die es vor allem haben sollte: Beruhigung, Entspannung, Aufbau von Vertrauen in das bestehende System.
Kein Wunder, dass die zweite Debatte von John McCain und Barack Obama vor diesem Hintergrund nicht übermäßig Beachtung fand. Zwar standen die üblichen Sender bereit, die 90 Minuten so lange wie möglich auszuweiden. In den Zeitungen jedoch wurde der zweiten Begegnung der Kandidaten weniger Platz als sonst eingeräumt. Es gab zu viele andere Meldungen: Kaliforniens Gouverneur hat einen Brandbrief verfasst, in dem er vor der Zahlungsfähigkeit seines Staates warnt. Massachussets ist in ähnlicher Lage. Die Finanzmärkte sind in Schockstarre. Mehr als genug also, um die Seiten mit anderem zu füllen als mit Wahlkampf.
Und die Bürger, die Zuschauer? Die sehen nicht nur den Wert ihres Hauses, sondern auch den ihrer Fonds im freien Fall. Die Nachrichten über verweigerte Kreditanträge mehren sich. Unternehmensbesitzer sorgen sich ebenso wie Studenten, die auf geliehenes Geld angewiesen sind. Die Krise zieht immer weitere Kreise. Deshalb ist wenig Geduld vorhanden für |
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Wahlrhetorik und Strategiedebatten.
So haben sich die Kandidaten in ihrer zweiten Debatte auch folgerichtig mit harten Themen befasst, anstatt den Schmutz aus dem Wahlkampf direkt auszudiskutieren. McCain wie Obama haben sich bemüht, besorgt und doch ruhig, emotional und doch planvoll zu wirken. Die Wirtschaft nahm weite Teile der Diskussion ein, neben Themennlöcken über Gesundheit, Steuern und Außenpolitik.
Kernthemen also. Ganz anders sieht es aus, wenn man im normalen Fernsehprogramm die Werbespots der Kandidaten anschaut. Vor allem die Republikaner versuchen noch mehr als in den letzten Wochen, von den harten Themen abzulenken. Sie wollen stattdessen weiche Faktoren in den Vordergrund rücken, die Obama belasten sollen. So werden seine angeblichen Banden zu Linksradikalen ebenso strapaziert wie Abtreibung und Innere Sicherheit. Beides sind Felder, welche die Republikaner acht Jahre lang von Sieg zu Sieg getragen haben.
Sogar die bisher sorgsam abgeschirmte Sarah Palin wird nun ins offene Rennen geschickt. Gestern sprach sie erstmals seit ihrer Ernennung zur Vize-Kandidatin auf einer Pressekonferenz. Und redete viel über Obama und seine linksradikalen Freunde. Das Kalkül: Wähler sollen durch Angst und emotionale Themen wie Abtreibung von "echten" Sorgen abgelenkt werden.
Die Lage ist jedoch so dramatisch, dass diese Strategie nicht aufgeht. Insbesondere schwer zu ködern ist dieses Jahr die Presse. |
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