Die muslimische Welt sieht in der Finanz- krise die Stärke ihres Finanzsystems bestätigt, denn sie handeln nicht auf Pump, sondern mit tatsächlichem Guthaben. Das ist die Meinung des Chefs der Quatar Islamic International Bank Abdel el Schibi. Islamische Banken dürfen keine Zinsen nehmen und Gewinn und Verluste sind zwischen Banken und Kunden geteilt.
Der Theologie-Dekan in Doha, Hatem El Nakraschaui, sieht im islamischen Banken- wesen deshalb eine Alternative, die die Minimierung von Risiken zum westlichen Banksystem sein kann. Sein saudiarabischer Kollege Suleiman El Audah regte sogar einen internationalen Gipfel an, auf dem der Rahmen einer solchen islamischen Alter- native abgesteckt werden könne.
Das islamische Finanzwesen unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten vom Kapitalismus. Zum einen unterliegt es einem Zinsverbot, das im Koran verankert ist; im Koran gelten Zinsen als Geld ohne Leistung und damit als Wucher. Zum anderen sind bei den verschiedensten islamischen Produkten Risiken und Gewinne zwischen der Bank und dem Kunden geteilt.
Weltweit gibt es derzeit mehr als 300 isl- amische Finanzeinrichtungen in 75 Ländern. Sie verfügen über Aktiva von mehr als 300 Milliarden Dollar (222 Milliarden Euro). |