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Am Sonntagabend haben US-Hubschrauber und Soldaten ein syrisches Dorf an der iraki- schen Grenze angegriffen und acht Zivilisten, darunter vier Kinder, getötet. Die Meldung ist erschreckend und Angst einflößend - was hat George Bush vor? Experten halten den Atem an - war es "nur" ein Grenzzwischenfall, oder war es der Auftakt zu mehr? Will George Bush in den letzten Tagen seiner Amtszeit nochmal Krieg führen?
Syrien gehörte im einfachen Weltbild von George Bush schon immer zu den "Schur- kenstaaten". Und das, obwohl Syrien in viel- facher Hinsicht seit 9/11 mit den USA bei der Terrorbekämpfung zusammenarbeitet. Syrien ist eines der Länder in die die USA die Folterung von Gefangenen ausgelagert hat. Nach Syrien wurden mußtmaßliche Al-Quaida- Mitglieder gebracht und gefoltert, die Ergebnisse der Folter dann den USA zur Verfügung gestellt.
Dennoch gab es in der Vergangenheit immer wieder öffentliche Drohungen von George Bush gegen Syrien. Er drohte mit Militär- schlägen, um damit zum Beispiel einen Teilabzug Syriens aus dem Libanon zu er- zwingen. Selbst in seiner letzten Rede von der UN, am 24. September 2008, hat George Bush den Iran, aber auch Syrien wiederholt der Unterstützung des Terorismus bezichtigt.
Ist der Angriff auf acht Bauarbeiter in dem syrischen Dorf As-Sukkaria nun die Um- setzung dieser Drohungen oder haben die US-Soldaten angenommen, sich noch auf irakischem Gebiet zu befinden? Aber selbst dann wäre dieser Angriff schwer zu kritisieren, denn laut Augenzeugenberichten, wurde von den US-Soldaten wahllos auf die acht Bauarbeiter, den Wächter des Gebäudes und seine Frau geschossen. Dieser Angriff würde dann auch ein bezeichnendes Licht auf die US-Kriegsmethoden innerhalb des Irak werfen.
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Ein Krankenhausarzt in einer nahegelegenen Klinik hatte zunächst erklärt, es seien sieben Leichen und vier Verletzte in die Klinik ge- bracht worden. Von amerikanischer Seite gab es zunächst keine Erklärung zu dem Vorfall.
Sollten sich die Augenzeugenberichte über die Attacke bestätigen, so wäre dies der erste Angriff von US-Soldaten aus dem Irak auf syrischem Boden. Die US-Regierung wirft der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad seit Jahren vor, sie erlaube Ter- roristen, über ihre Grenze in den Irak einzudringen. Nach Angaben der irakischen Regierung bemüht sich Syrien jedoch seit einigen Monaten, den Zustrom von Ex- tremisten in das Nachbarland zu unter- binden
Vielleicht hängt dieser plötzliche Angriff aber auch mit den bilateralen Gesprächen zu- sammen, die syrische und US-Diplomaten Anfang Oktober geführt haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass diplomatische Gespräche von Seiten der USA mit "militäri- schem Druck" unterlegt werden. Es gab im Oktober sogar ein Gespräch zwischen dem syrischen Außenminister Walid Muallim und Condoleezza Rice. In diesen Gespärchen soll die USA ihre Befürchtungen und Besorgnisse über eine angebliche syrische Unterstützung von Terroristen direkt angesprochen haben. Außerdem verlangte die US-Regierung, dass Syrien die engen Verbindungen zum Iran lockert.
Die USA und Syrien haben seit 2005 keine direkten diplomatischen Beziehungen mehr. Damals haben die USA ihren Botschafter aus Syrien abgezogen, aufgrund des Hariri-Atten- tats, das von den Syrern begangen worden sein soll. Hariri war als neuer Präsident Libanons gewählt und Monate später in einem Bomben-Attentat getötet worden.
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