Barack Obamas Wahlkampagne schlägt jeden Rekord. Das gilt insbesondere für ihre finanzielle Seite. Die Einnahmen flossen in den vergangenen Monaten so reichlich, dass der Kandidat der Demokraten einen ganz besonderen Werbespot schalten konnte. Für eine halbe Stunde kaufte Obama Werbezeit auf acht großen Fernsehsendern: Fox, NBC, CBS, Univision, MSNBC, BET, TV One und NY1. Und das zur besten Sendezeit. Der Preis hierfür: um die fünf Millionen Dollar.
Die Quote
Das Geld könnte gut angelegt sein. Mehr als 20% der amerikanischen Haushalte haben das Obama-"Infomercial" angeschaut, verkündet das Marktforschungsunternehmen Nielsen. In den "swing states", die Obama besonders heftig umwirbt in den letzten Tagen, lag die Einschaltquote sogar bei knapp 30%. Das könnte Gold wert sein. Demoskopen geben Obama gute Chancen, ehemals republikanische Staaten wie Virginia, New Mexico, Nevada und Ohio zu gewinnen. |
Die Zuschauerbewertungen für den Mega- Werbespot waren besser als sonst für das Abendprogramm. Und das nicht von ungefähr. Die Obama-Kampagne hat alle Register gezogen. Sie gestaltete die halbe Stunde unterhaltsamer als erwartet. Bilder, Musik und Botschaft waren hoch emotional. Die halbstündige Sendung hebt sich durch ihren positiven Tonfall und die extrem professionelle Machart wohltuend vom Rest der oftmals zutiefst schmutzigen Wahlwerbung ab.
Die Botschaft
Natürlich dreht sich in der Sendung alles um die Lage der Wirtschaft. Der Irakkrieg, das Haushaltsdefizit, die Misere der Krankenversicherung und des Bildungssystems spielten nur eine Nebenrolle. Obama drückt den Finger auf die offene Wunde der Republikaner. Der Hintergrund: Die durchschnittliche Familie muss heute ungefähr 4600 Dollar pro Jahr mehr für Benzin, Energie, Wohnen und Krankenversicherung ausgeben als vor acht Jahren. Das ist das Pfund der Demokraten. |