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Faktoren zugunsten John McCains: Ein Überblick
02.11.2008
Wenn McCain gewinnt...
John McCain holt auf. Zwar sehen ihn die Umfragen immer noch abgeschlagen hinter Obama. Aber ein Sieg der Republikaner ist nach wie vor nicht ausgeschlossen. Dies gilt insbesondere angesichts der traditionell miesen Qualität der amerikanischen Wahl- forschung. Fehlermargen liegen hier gerne mal bei zehn Prozent.

In Deutschland erntet ein Szenario mit McCain als Sieger nur Kopfschütteln. Es gibt jedoch mehr als einen Grund, weshalb der Polithaudegen doch mehr Stimmen für sich gewinnen könnte als angenommen.

Hautfarbe, Alter, Biographie

John McCain ist nicht nur ein erfahrener Politiker. Er ist auch weiß. Und als Kriegsheld bekannt. Diese Faktoren sind nach wie vor Stärken für den Senator aus Arizona. Sie heben ihn von seinem Konkurrenten ab. Der - jung, schwarz, relativ unerfahren - weckt bei vielen Wählern Ängste. Insbesondere weiße männliche Wähler aus der Arbeiterschicht dürften aus diesem Grund ihr Kreuz bei McCain machen. Auch gegen ihr eigenes ökonomisches Interesse.

Negativwerbung

McCains Kampagne war liebenswert, aber chaotisch in ihren Anfangswochen. Erst seit Wahlstrategen der letzten Bush-Kampagne an Bord sind, ist Ordnung eingekehrt.
Und ein negativer Tonfall. Das Hauptziel dieser Berater: Von Sachthemen ablenken. Misstrauen gegenüber Obama schüren. Millionen sind für Negativwerbung ausge- geben worden. Und die fruchtet. Lokale und nationale Radiosender überschlagen sich in Hasskampagnen gegen den demokratischen Kandidaten. Millionen Wähler sind immer noch überzeugt, dass Obama ein Muslim ist. Was offensichtlich nicht akzeptabel wäre für einen Präsidentschaftskandidaten. Der Sa- men des Hasses geht auf: All diese Stimmen gehen an McCain.

Innere Sicherheit, das Militär

John McCain ist für viele Wähler die bessere Wahl, was innere und äußere Sicherheit angeht. Die Demokraten gelten nach wie vor als zu weich, was diese Themen angeht. Man sollte nicht vergessen, dass viele Millionen Wähler acht Jahre lang Bushs Kurs unterstützt haben: Harte Hand im Inneren, scheinbar kompromisslos in der Kriegs- führung. Nationale Sicherheit wurde ab 2001 zum republikanischen Eigentum. Das wirkt bei vielen Wählern nach. Nicht bei allen haben sich die Prioritäten in der Wahlent- scheidung verschoben.

Sarah Palin

Bis zur Berufung Sarah Palins als Vize-Kandidatin war die republikanische Basis alles andere als Feuer und Flamme für ihren Kandidaten.
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