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Heute wählen die USA
04.11.2008
Der Countdown läuft
Heute Nacht wählen die Bürger der USA einen neuen Präsidenten, einen neuen Kongress und elf neue Gouverneure. Millionen einfacher Bürger bringen das zu Ende, was bisher als Kampf zwischen Ausnahmegestalten dargestellt worden ist: Den längsten und teuersten Wahlkampf der amerikanischen Geschichte. Seit mehr als einem Jahr hält er die Welt nun in Atem.

Nach dem beispiellosen Vorwahlkampf der Demokraten hat das Duell Obama - McCain Emotionen nicht missen lassen. Der Republikaner John McCain hielt seine Kampagne trotz schlingernder Strategie durch anhaltende Attacken gegen Barack Obama am Leben. Der musste sich unter dem Druck der Angriffe wandeln vom Prediger zum Politiker - und tat dies mit beispielloser Professionalität.

Noch in den letzten Tagen des Wahlkampfes zeigt Barack Obama öffentlich die Ruhe, die ihn während der gesamten letzten Monate ausgezeichnet hat. Zwar darf man sich sicher sein, dass es auch in seiner Kampagne Probleme und Fehler gab. Die wurden aber - ganz im Gegensatz zu den Republikanern - nicht in der Öffentlichkeit diskutiert. Obamas mehrheitlich junges Team hält dicht, ist tief loyal und erstaunlich lernfähig. Es spiegelt die Disziplin seines Chefs wider.
Anders McCain: Der Senator aus Arizona hat es selten geschafft, seine Reihen in Griff zu bekommen. Das schadet dem öffentlichen Auftritt. Oftmals schien seine Kampagne unentschieden über die Kernbotschaften, intern zerstritten und bisweilen illoyal. So konnte aus den enormen persönlichen Stärken des Kriegshelden McCain wenig öffentliches Kapital geschlagen werden. Die Berufung der Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, war notwendig, um der Kampagne ein wenig Euphorie einzuhauchen. Die ist inzwischen verpufft. Und McCain hält sich, lockerer denn je, mit Galgenhumor über Wasser.

Trotz der unterschiedlichen Professionalität der Kampagnen jedoch konnte Obama sich seines Sieges nie sicher sein. Zumindest den Umfragen nach. Stets muss er seinen Anhängern vor Augen halten: Nichts ist gewonnen. Erst in der Wahlnacht können wir uns zurücklehnen. Obama kämpft zu Schluss des Wahlkampfes maßgeblich gegen den Ruf des Favoriten an. Zu groß ist die Angst, dass viele seiner Wähler nicht wählen gehen, weil sie sich ohnehin auf der sicheren Seite wähnen.
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