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Der erste Mensch auf dem Mond - Obama wird 44. US-Präsident
05.11.2008
Change has come to America
Eine Demarkationslinie ist überschritten. Rund 360 Jahre nachdem der erste Sklave nach Amerika verschleppt wurde, erneuerte sich das Land aus eigener Kraft. Hunderttausende feierten tanzend und lachend den Sieg von Barack Obama. Ein historisches Ereignis, vergleichbar vielleicht mit der Mondlandung. Obama zieht ins Weiße Haus. Mit seinen Worten: "Change has come to America."

Gil Scott-Heron irrte in seinem Song von 1970: The Revolution was televised. Um 5.19 Uhr MEZ musste der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain sein Niederlage eingestehen. Mehrere amerikanische Nachrichtensender hatten Hochrechnungen veröffentlicht, nach denen Obama bereits die notwendige Zahl von 270 Wahlmännerstimmen sammeln konnte. Er gewann nicht nur in den traditionell demokratisch gefärbten Staaten der Ost- und Westküste und entschied die Mehrzahl der Kopf-an-Kopf-Rennen, sondern brach auch ein in einige der "roten" republikanischen Hochburgen.

McCain gratulierte dem Gewinner und erklärte, dass die amerikanischen Wähler laut und klar ein deutliches Votum abgegeben hätten. Er betonte, dass Amerika einen langen Weg gekommen sei von der alten Ungerechtigkeit bis zum heutigen Tag. McCain rief zudem dazu auf, die Gräben des Wahlkampfes zu schließen. "Whatever our differences, we are fellow Americans. And please believe me when I say no association has ever meant more to me than that."

Barack Obama beschwor in seiner Rede im Grant Park von Chicago vor 125.000 Jubelden den Geist der Veränderung - "Change has come to America". Sein Sieg sei aber noch nicht der versprochene Wandel. Nur gemeinsam könnten die Amerikaner einen neuen Weg einschlagen, um das Land zu verändern.

Aus der Rede: "The road ahead will be long. Our climb will be steep. We may not get there in one year or even one term, but America -- I have never been more hopeful than I am tonight that we will get there. I promise you -- we as a people will get there."

Obama kündigte "a new dawn of american leadership" an. Mehrfach stimmte er den Slogan an, der ihn durch den Wahlkampf führte: "We can change". Seine Zuhörer antworteten "Yes, we can!".

Dem sichtlich ergriffenen Bürgerrechtler Jesse Jackson liefen Freudentränen über die Wangen. Ein Kommentator eines amerikanischen TV-Nachrichtensenders machte deutlich, was der historische Sieg Obamas für die Afroamerikaner bedeutet. Jetzt könne er endlich seinen Kindern ohne lügen zu müssen vom "American Dream" erzählen und das sie alles in diesem Land werden könnten. Sogar Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Obamas Einzug in das Weiße Haus macht ihn zum ersten Menschen auf dem Mond. Der Ausgang der Wahl wird sein Land dauerhaft verändern. Die Hoffnung auf Wandel und eine fundamental andere Politik spülte nach acht Jahren von George W. Bush auch den Rivalen McCain aus dem Rennen, dem die Nähe zum scheidenden Präsidenten anhaftete. Es gelang Obama in seinem Werben um die Wähler, deutlich zu machen, dass es ein anderes Amerikas gibt. Dass McCain zudem in der aktuellen Finanzmarktkrise keine plausiblen Antworten anbieten konnte, dürfte den finalen Ausschlag gegeben haben.
Lars BachmannLars Bachmann, bachmann@tagesblick.de
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