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Barack Obama gewinnt die Wahlen in den USA
05.11.2008
Neuanfang
Historisch nennen viele den Sieg Barack Obamas. Richtigerweise. Die USA haben es in der Nacht auf Mittwoch geschafft, eine politische Kehrtwende zu vollziehen. Ein Land, das politisch hoffnungslos abgehängt schien, ist nun im Schweinsgalopp in die erste Riege des Weltgeschehens zurückgekehrt. Ab Januar wird die US-Regierung wieder als aktiver, entzunehmender Akteur auf dem Weltparkett auftreten können.

Obama hat geschafft, was viele als Wunschtraum bezeichnet haben. Er hat Teile der Wahlkarte zugunsten der Demokraten verändert. Dies geschah auch in Staaten, die als fest in Hand der Republikaner galten. Virginia, North Carolina und Nevada waren bisher kein demokratisches Spielfeld. Das hat sich nun geändert. Mittelfristig könnte mit dieser Wahl die demokratische Rückeroberung des Südens eingeleitet sein - eine Region, die seit den sechziger Jahren fest in Hand der Republikaner ist.

Barack Obama ist als Nicht-Politiker angetreten. Nun muss er als Präsident beweisen, dass er genau das nicht ist. Die große Mehrheit im Kongress darf nicht benutzt werden für demokratische Lieblingsprojekte. Ansonsten wird die Regierung Obama das Land spalten wie ehemals Clinton und gerade Bush Junior.

Obama muss nun diejenigen in der Bevölkerung gewinnen, die mehrheitlich nicht für ihn gestimmt haben. Der neue Präsident ist gegen eine weiße Mehrheit für McCain gewählt, gestützt insbesondere durch
Latinos, Schwarze und viele, viele Frauenstimmen. Weiße Männer jedoch, insbesondere in der Arbeiterklasse, wählen nach wie vor überwiegend rot. Diesen Teil der Bevölkerung auf seine Seite zu ziehen muss nun Hauptaufgabe sein, wenn Obama es ernst meint mit der Einigung des Landes.

Bis der Präsident in spe hier sein Geschick beweisen kann, dauert es jedoch noch eine Weile. Erst im Januar werden Obama und sein Kabinett vereidigt. Bis dahin wird die Regierung Bush nach eigenem Bekunden eng mit dem Nachfolger zusammenarbeiten. Der Übergang zwischen den Regierungen soll eleganter vonstatten gehen als nach den letzten Wahlen. Das ist, gerade angesichts der momentanen Krisenlage, auch dringend notwendig.


Hanno BurmesterHanno Burmester, burmester@tagesblick.de
Journalist
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