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Sie sehen aus wie Kinderspielzeug, oder wie Steine. Wenn man sie anfasst, explodieren sie - es sind Streubomben. Blindgänger sind noch nach Jahren eine große Gefahr, da sie bei geringster Berührung explodieren kön- nen. Am Mittwoch, um 11 Uhr, haben über 100 Staaten die Konvention zur Ächtung von Streubomben in Oslo unterzeichnet - außer den USA und Russland.
Sie gehören neben den Landminen zu den größten Übeln der konventionellen Kriegs- führung: Streubomben. Manchmal schön klein und bunt, wie Kinderspielzeug, manchmal unauffällig, wie ein zufällig im Weg liegender Stein. Wer sie berührt, stirbt, oder ist lebensgefährlich verletzt. Sie sind so ein- gestellt, dass sie bei der geringsten Be- rührung explodieren, nämlich beim Aufprall auf den Boden nach dem Abwurf. Doch die Quote der Blindgänger ist hoch. Sie ver- seuchen rießige Flächen, denn eine Streubombe enthält, wie ihr Name sagt, mehrere hundert kleine Bomben, die weite Flächen unbrauchbar machen.
Die Opfer? Meistens Kinder, die das bunte Zeug anfassen und aufheben, oder Bauern, die ihre Felder wieder bestellen wollen. Und fast alle Opfer wohnen in der Dritten Welt. Besonders betroffen sind Afghanistan und der Libanon, aber auch Tschetschenien.
Um diese Art von Kriegsführung zu ächten, haben am Mittwoch mehr als 100 Staaten eine gemeinsame Konvention unterzeichnet, |
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die sogenannte Convention on Cluster Munitions. Sie verpflichtet die beteiligten Sta- aten, innerhalb von acht Jahren die Herstel- lung und Verbreitung von Streubomben zu verbieten. Auch Deutschland gehört zu den Staaten, die sich im Mai auf die Konvention verständigt haben. Die USA, China und Russland haben sich der Ächtung nicht ange- schlossen.
Das US-Außenministerium teilte am Dien- stag in Washington mit, dass das geplante Verbot zu weitreichend sei und im Konfliktfall das Leben von US-Soldaten und ihren Ver- bündeten gefährden könne. Allerdins teile das Außenministerium die "humanitären Be- denken" gegen Streubomben.
In den USA wird nun allgemeinhin erwartert, dass eventuell die neue Regierung Obamas umdenkt. Barack Obama hatte sich bereits 2006 im Senat für ein Verbot der Streu- bomben in städtischen Gebieten stark ge- macht. Bei der Unterzeichnung am Mittwoch im Osloer Rathaus, wo sonst der Frie- densnobelpreis verliehen wird, sagte Nor- wegens Ministerpräsident Jens Stolten- berg: "Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein, wenn diese bestialische Waffenart nun end- lich verboten und vernichtet wird."
Das allerdings ist noch ein Stück Zukunfts- hoffnung, denn mit den USA, Russland und China haben nicht nur die Staaten mit dem größten Arsenal an Streubomben, sondern auch die größten Produzenten von Streu- bomben das Abkommen nicht unterzeichnet.
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