Die USA wollen durch zusätzliche 30 000 Soldaten ihre Truppenstärke in Afghanistan fast verdoppeln. Der neue US-Präsident Barack Obama betonte, dass aufgrund der schlechten Sicherheitslage eine Verstärkung der Truppen unbedingt notwendig sei. Der Chef des US-Generalstabs, Mike Mullen äußerte in Kabul, dass die Truppenver- stärkung bis zum Sommer abgeschlossen sein müsse.
Diese Aufrüstung am Hindukusch kann als erste Stufe des versprochenen Abzugs der US-Truppen aus dem Irak gedeutet werden. Der neu gewählte Präsident Barack Obama hatte bereits vor Monaten angedeutet, die militärischen Anstrengungen in Afghanistan zu verstärken, dafür die Truppen aus dem Irak abzuziehen.
Das bringt auch die Deutschen wieder unter Druck. In seiner Berliner Rede hatte Barack Obama die Deutschen zu mehr Verant- wortung in Afghanistan aufgefordert. Dem kommt Verteidigungsminister Franz-Josef Jung nun anscheinend - ohne Bundestags- beschluss - nach.
Wie der Spiegel berichtete, soll das Ein- satzgebiet der Budneswehr im Norden Afghanistans auch auf die Taliban-Hochburg Ghormach ausgedehnt werden. Als Konse- quenz daraus könnten Anschläge auf die Bundeswehr noch zunehmen. Aber die Wehrexperten aller Fraktionen in Bundestag sind übereingekommen, dass die Aus- weitung des Einsatzes keinen Bundes- tagsbeschluss bedarf. Durch die Erweiterung im Norden hält die Budenswehr der US-Truppen im Osten und Süden des Landes den Rücken frei.
|
Dort nämlich will US-General McKiernan, der NATO-Oberkommandierende in Afghanistan, die zusätzliche Truppen einsetzen, um die dort wieder erstarkte Taliban besser be- kämpfen zu können. Die USA erwarten näm- lich für das kommende Jahr eine Zunahme der Gewalt am Hindukusch. Generalstabs- chef. Mullen sagte weiter: "Die Taliban sind effektiver geworden."
Mullen betonte, grenzüberschreitende Angriffe von Extremisten aus Pakistan hätten dank der Kooperation zwischen internationalen, af- ghanischen und pakistanischen Truppen deutlich abgenommen. Allerdings müsse die Koordination auf beiden Seiten der Grenze noch besser werden. Mullen warnte, ohne Wiederaufbau werde in Afghanistan auch der Einsatz von mehr Truppen langfristig keinen nachhaltigen Erfolg bringen.
Bei einem Bombenanschlag im Süden Afghanistans kamen unterdessen am Wo- chenende drei dänische Soldaten der inter- nationalen Schutztruppe ISAF ums Leben. Ein weiterer Soldat sei verletzt worden, als ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz neben einem Militärfahrzeug explodiert sei, be- richtete der britische Sender BBC. Dänemark ist mit etwa 700 Soldaten an dem Einsatz in Afghanistan beteiligt.
Das Jahr 2008 war das bislang verlust- reichste Jahr für die internationalen Trup- pen. Mehr als 280 Soldaten kamen ums Leben, mehr als die Hälfte davon waren Amerikaner. Derzeit sind gut 51.000 Soldaten aus rund 40 Ländern Teil der ISAF.
|