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Einmarsch: Was will Israel im Gaza?
05.01.2009
Bodenoffensive
Israelische Bodentruppen sind am Samstag- abend in den Gazastreifen einmarschiert. Was aber will Israel im Gazastreifen? Die Antwort ist einfach: Die Köpfe der militanten Hamasführung endgültig eliminieren. Das Problem: Es ist ein Kampf gegen die Hydra, neue Köpfe werden nachwachsen. Bis zum Montagmorgen wurden 400 Ziele bom- bardiert und dabei rund 400 Menschen getötet.

Der Gazastreifen ist klein, dafür aber dicht be- völkert. Rund eine Million Palästineser leben dort. Wer da einmarschiert, befindet sich im Häuserkampf. Es gibt keinen Platz um Zivilisten zu schonen. 200 Panzer hat Israel eingesetzt, 400 Ziele bombardiert und 400 Menschen getötet. Darunter, nach of- fiziellen Angaben "nur" 35 Hamas-Terroristen. Der Rest dürften dann wohl Opfer unter der Zi- vilbevölkerung sein.

Was will Israel dort, was hat es zu gewinnen? Israel will einen Radikalschlag gegen die Spitze der Hamas führen, die seit Jahren mit ihren fortgesetzten Raketenagriffen auf um- liegende jüdische Siedlungen Menschen töten, verletzen und ganze Dörfer in Angst ver- setzen.

Werder der Grenzzaun, der den Gaza zu einem überbevölkerten Elendsquartier macht, noch die Blockade, die vor alle die Zivilisten trifft, weil Lebensmittel, Holz, Öl, Benzin und Rohstoffe knapp werden oder gar nicht mehr in den Gaza kommen, haben ein Ende der Hamas-Angriffe bewirkt.

Das war aber auch nicht zu erwarten, und das wussten auch die Israelis. Jede Blockade auf der einen Seite musste ein Angriff auf der anderen, der palästinensichen Seite nach sich ziehen. Jetzt willl man mit einem Schlag die Führungsriege der Hamas loswerden, um für eine gewisse Zeit Ruhe zu be- kommen.

Zum einen spekulieren die Israelis darauf, dass die Bevölkerung die Blockade so satt hat, dass sie sich gegen die Hamas wendet - das ist eine Frage, wie stark der Einfluß der Hamas durch die Invasion gebrochen werden kann - das ist aber eher ein unwahr- scheinliches Szenario. Zum anderen kann die Hamas aber so geschwächt werden, dass die PLO-Organisation "Fatah" unter Ministerpräsident Abbas die Lücke füllen und die Herrschaft im Gaza an sich ziehen kann. Bislang war sie dazu zu schwach.

Das dürfte der eigentliche Plan der Israelis sein: Hamas schwächen, Fatah übernimmt und die Blockade wird nach und nach gemildert, dadurch hören die Raketenagriffe auf. Es ist der einzig gangbare Weg, denn die Israelis selbst können kein Interesse haben im Gaza länger zu bleiben als absolut notwendig. Jede Stunde länger wird zu einem Guerillakampf der Hamas führen, zu einem Aufstand der Palästinenser, die das Re- giment der Hamas zwar satt haben, aber die Isarelis natürlich hassen.

Ein Sprecher der Hamas hat bereits ver- kündet: "Gaza wírd für die Israelis zum Friedhof werden."

Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
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