In Mexiko wurde am Wochenende der Drogen-Boss Santjago Meza López in Tijuana festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, er habe 300 Opfer verschwinden lassen und in Säure aufgelöst. Opfer in einem gnadenlosen Drogenkrieg, den die Drogen-Kartelle unter- einander ausfechten.
Die grauenhafte Methode von Meza López, Gegner verschwinden zu lassen, war in Tijuana bekannt und brachte ihm den Spitz- namen "Pozolero del Teo", "Theos Suppen- koch", ein. Mehr als 300 Leichen hat der 45-Jährige in den vergangenen zehn Jahren verschwinden lassen, so berichten die mexikanischen Medien. Unter den Opfern waren vermutlich Polizisten, Staatsanwälte, Spitzel, Journalisten und Gegner im Drogen- kampf.
Meza López war dann auch geständig: Für 600 Dollar in der Woche, umgerechnet 460 Euro, habe er für seinen Boss Eduardo García Simental Leichen in Ätznatron auf- gelöst. Die Säure lässt von den Opfern nur die Zähne übrig. "Ich bitte die Familien dieser Menschen um Verzeihung", sagte Meza López.
Video der Festnahme von Meza Lopez:
Festnahme von Meza López
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Plastiktüten mit den Köpfen enthaupteter Militärs am Straßenrand, Erpresserbriefe an den Schultoren von Ciudad Juarez mit der Drohung, Schüler zu entführen, wenn die Lehrer nicht einen Teil ihres Gehalts an die Kriminellen abgeben, und Schießereien in Tijuana. Jeden Tag sinkt das Vertrauen der Mexikaner in ihre Institutionen tiefer. Für viele Experten ist Mexiko längst ein Drogenstaat wie Kolumbien, fest im Griff der Drogen-Bosse.
Die sieben größeren Droge-Kartelle Mexikos breiteten ihren Machtbereich bis vor Kurzem vor allem durch Korruption von Funktionären aus - und gelangten offenbar bis in höchste Sphären der Regierung. Diese Phase der Machtübernahme erfolgte leise. Nun aber findet ein regelrechter Krieg statt, weil sich die Kartelle untereinander bekriegen um Einflusssphären und neue Drogen-Routen. Nach der Zerschlagung der kolumbianischen Kartelle streiten mexikanische Bosse um deren Marktanteile. Alleine im Vorjahr kamen etwa 5600 Menschen im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg ums Leben.
Auf der Strecke bleibt der Rechtsstaat. Nach Aussagen von verhafteten Drogenbossen stehen hunderte von Bürgermeistern und Gemeinderäten im Sold der Kartelle. |