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Saab meldet Insolvenz an - Traditionsmarken ohne Zukunft?
20.02.2009
Ende
Der schwedische Autobauer Saab hat am Freitag Insolvenz beantragt. Damit steht eine weitere Traditionsmarke vor dem Aus. Ro- senthal, Schiesser, Märklin - und nun Saab. Zählen die Traditionsmarken in der globalen Welt nichts mehr? Ist es nur die Finanzkrise, oder ist der veränderte Massengeschmack schuld?

Bleiben wir zunächst bei Saab. Seit 1947 gibt es den schwedischen Autobauer bereits; das Unternehmen machte mit ungewöhnlichem Design seiner Autos auf sich aufmerksam. Saab-Design konnten man lieben oder has- sen - dazwischen gab es nichts. Kalt hat das Auto aber keinen gelassen.

Der Saab galt in Deutschland als Fahrzeug der unangepassten aber wohlhabenden ob- eren Mittelschicht. Es war ein Auto für Profes- soren und Intelektuelle. 1990 über- nahm der US-Konzern General Motors (GM) 50 Prozent der Anteile sowie die operative Führung. Zehn Jahre später ging auch der Rest der Anteile an den damals größten Autokonzern der Welt.

Doch Saab hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt und produzierte weiterhin teure und Benzin schluckende Premium-Modelle. Seit 1996 hat Saab für das Mutterunternehmen keine Gewinne mehr eingefahren. GM stellte Saab Ende 2008 zum Verkauf, fand aber bisher keinen Interessen.

Jetzt hat der schwedische Autobauer Insol- venz beantragt, um mit einer Neuorganisation der Marke als wieder eigenständiges Unter- nehmen auftreten zu können. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zuvor hatte die schwedische Regierung Finanzhilfen für Saab abgelehnt.

Saab aber steht mit seiner Insolvenz derzeit in einer langen Reihe von Traditionsunter- nehmen, die pleite gehen. Märklin, Rosenthal und Schiesser wurden schon genannt. Nicht zu vergessen sind aber auch Junghans (Uhren), Pfaff (Nähmaschinen), AEG (Waschmaschinen) oder Telefunken (Fern- seher) sowie Prym, Deutschlands ältestes Industrieunternehmen überhaupt, gegründet 1530. Prym stellte Knöpfe und Reißver- schlüsse her, auch für große Firmen wie Levi's oder Armani. Mittlerweile gilt das Unternehmen wieder als saniert.

Wo aber liegen die Gründe für das Reihen-Sterben der Traditionsmarken? Viele dieser Unternehmen sind inhabergeführt, also mittlere Familienunternehmen. Da mangelt es oft an der Eigenkapitalausstattung um eine große Krise - wie die jetzige - zu über- stehen. Viele dieser Unternehmen haben aber auch veraltete Produkte hergestellt die nicht mehr marktgerecht waren, oder schlicht zu teuer. Hier hat China mit billiger Massenware ebenfalls zu einer Beschleu- nigung des Marken-Sterbens beigetragen.

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