Nach der vernichtenden Niederlage bei der Präsidentschaftswahl suchen die Republikaner nach neuen Erfolgswegen. Anstatt sich jedoch auf programmatische Ideen zu konzentrieren, präsentieren sie neue Gesichter. Die sind weiblich, wie Sarah Palin, schwarz, wie der neue Parteichef Michael Steele, oder jung wie der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal.
Mit dem neuen Outfit gehen jedoch keine neuen Ideen einher. Ganz im Gegenteil: Die Partei versinkt in ebendem Dogmatismus, der sie für immer mehr Wähler unwählbar macht.
 Der Gouverneur von Lousiana, Bobby Jindal

|
Die republikanischen Aufsteiger sind erzkonservativ: Steuern sind schlecht, der Staat gefährlich, Abtreibung ebenso sündhaft wie die Homoehe, Hilfe für sozial Schwache ebenso unerwünscht wie ordentliche Finanzmarkt- und Bankenaufsicht. Diese Hardliner-Positionen verstecken sich jedoch hinter dem Gesicht des modernen Amerika: jung, nicht weiß, im Auftreten unkonventionell.
Ein schönes Beispiel hierfür lieferte Gouverneur Bobby Jindal in seiner Antwort auf Präsident Barack Obamas Rede vor dem Kongress am Dienstagabend. Bobby heißt eigentlich Piyush, ist Kind indischer Einwanderer. Der hochbegabte Aufsteiger ist seit 2007 Gouverneur von Louisiana, einem tiefroten Südstaat. Seitdem macht sich Jindal einen Namen als neuer Star der Republikanischen Partei.
Erst kürzlich war Jindals Name in der Presse zu lesen, als er kundtat, Teile des Geldes aus Obamas Konjunkturpaket nicht annehmen zu wollen. Jindal will seinen Bürgern die für verlängertes Arbeitslosengeld vorhergesehenen Millionen vorenthalten - mit dem Argument, dass in der Zukunft damit eventuell Mehrkosten für seinen Staat einhergehen könnten. Das Ergebnis: In Louisiana könnten mehrere Tausend Menschen wegen Jindals Entscheidung ohne längere Arbeitslosenversicherung dastehen. |