Es ging dann ganz schnell: Am Montag hat der größte Prozess in der österreichischen Geschichte erst begonnen, und am Don- nerstag war er schon zu Ende. Josef Fritzl wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil der Geschworenen war einstimmig: achtmal "Schuldig". Josef Fritzl nahm das Urteil an.
Achtmal war von den Geschworenen das "Ja, schuldig" zu hören, dann verkündet Richterin Andrea Humer das Strafmaß: Lebenslange Haft und Einweisung in eine Anstalt für ab- norme Rechtsbrecher. Josef Fritzl nahm das Urteil an, es ist somit rechtskräftig.
Letztlich ging es nur noch um eine Frage: Hat Josef Fritzl nach der Geburt der Zwillinge im Kellerverlies seinen schwer erkrankten Enkel- Sohn durch Unterlassung ermordet - oder war es fahrlässige Tötung. Für die Staatsanwältin Christiane Burkheiser war die Sachlage klar: Es war Mord aus Unter- lassung.
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Josef Fritzls Verteidiger, Rudolf Mayer, hin- gegen versuchte auf fahrlässige Tötung zu plädieren. Doch auch die Anwältin der Tochter plädierte auf Mord. Sie zitierte den Satz, den Josef Fritzl angesichts des sterbenden Kindes gesagt haben soll: "Wie's kommt, so kommt's."
Zum Schluß hatte Josef Fritzl noch einmal das Wort: "Ich bereu von ganzem Herzen, was ich der Familie angetan hab. I kann's nimmer gut machen, i kann nach Möglichkeit nur den finanziellen Schaden begrenzen."
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