Ein Toter in London: Ausnahmezustand beim G20 Gipfel-Protest
02.04.2009
Gipfeltreffen
London im Ausnahmezustand, das Banken- viertel belagert, die Polizei im Großeinsatz. Die Londoner Banker trauten sich heute nicht, die Anzüge anzuziehen. Soviele Banker, die in Jeans und Lederjacken zum Arbeiten gingen, gab es noch nie zuvor. Tausende Demonst- ranten lieferten sich heute Straßenschlachten mit der Polizei im Herzen des Bankenviertels. Es soll dabei einen Toten gegeben haben.
Es flogen Eier, Obst und Steine und einige Gruppen versuchten mit Gewalt die Polizei- sperren vor der Bank of England zu durch- brechen. Die Fenster einer Filiale der Royal Bank of Scotland wurden eingeworfen und das Bankhaus gestürmt. Insgesamt zogen mindestens 4000 Demonstranten durch das Bankenviertel der britischen Hauptstadt.
Um Mitternacht wurde bekannt, dass es wohl einen Toten gegeben hatte, allerdings sind die genauen Umstände des Todes noch unbekannt. Acht Personen wurden laut Be- richten festgenommen, weil sie unberechtigt- erweise Polizeiuniformen getragen haben sollen.
Die Gegner des G-20-Finanzgipfels in Lon- don protestierten lautstark gegen Kapitali- smus, Kriege und Umweltzerstörung. Mit Sprüchen wie "Bestraft die Plünderer" und "Wir brauchen sauberen Kapitalismus" zogen die Protestierenden, geleitet von Polizisten durch das Bankenviertel.
Nachdem es am Nachmittag zunächst ruhi- ger geworden war, versuchten die Demonst- ranten am Abend, die Polizeikette zu durch- brechen. Sie warfen mit Stöcken und Plastikflaschen, und zündeten ein Bild eines Bankers an. Wie die Polizei mitteilte, wurden bis zum Abend 32 Demonstranten festge- nommen.