Nach dem gewaltsamen Tod eines Sikh-Führers in einem Wiener Tempel am Woch- enende ist es in Nordindien zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei Zusam- menstößen zwischen Anhängern des ge- töteten Priesters und der indischen Armee starb am Montag mindestens zwei Men- schen, vier weitere wurden verletzt, Autos und Häuser wurden angezündet.
Wie die indische Zeitung "Times of India" am Montag berichtet, wurden in den beiden nord- indischen Bundesstaaten Haryana und Pun- jab Häuser, Geschäfte, Züge und Fahr- zeuge von einem aufgebrachten Mob in Brand gesetzt. In der Stadt Jalandhar wurde sogar die Armee eingesetzt.
Der Hintergrund dieser Ausschreitungen war der Tod eines Priesters in einem Wiener Sikh-Tempel der Dera Sach Khand-Bewe- gung. Dort war am Sonntag eine bewaffnete Gruppe mit Pistolen und Messern bewaffnete Gruppe über Priester und Gläubige her- gefallen. Dabei kam Guru Sant Rama Nand ums Leben, mindestens 15 weitere Men- schen wurden verletzt.
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Der Dera Sach Khand-Bewegung gehören vor allem kastenlose Sikhs, die sogenannten Dalits, an. Die vor rund 70 Jahren gegründete Reformbewegung wendet sich gegen die in Indien zwar abgeschaffte, jedoch weiter offen praktizierte religiöse und soziale Kasten-Hierarchie.
Nach Augenzeugenberichten in Wien, soll es sich bei den Angreifern des Tempels um rivalisierende Sikhs gehandelt haben. Im Punjab wurden von den gewalttätigen De- monstranten auch Busse, Züge und Poli- zeistationen angezündet oder beschädigt. Die Verkehrsverbindungen in den Panjab sind derzeit unterbrochen.
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