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Jobbik - Ungarns gefährliche Rechtsradikalen | 08.06.2009 |
Radikal
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Wer sind sie, die ungarischen Rechts- radikalen, die sich in der Partei Jobbik mit ihrer charismatischen Führerin Krisztina Morvai sammeln? Und wer ist Mitglied der Ungarischen Garde, einer paramilitärischen Organisation, die zu Jobbik gehört und die verdächtigt wird für mehrere Roma-Morde in den letzten Monaten verantwortlich zu sein?
Ungarn galt, als der Ostblock noch existierte, als Land des "Gulasch-Kommunismus", was soviel bedeutete, wie: Die lassen auch mal Fünf gerade sein, genießen trotz Ostbe- dingungen das Leben.
Nach dem Ende des Ostblocks galt Ungarn als wirtschaftlicher und politischer Aufstiegs- kandidat in Europa. Ein Volk, dass für seine Freiheit auf die Straße gegangen war, ein Volk, das ja feste Verbindungen zu Österreich hatte, ein europäischer Musterkandidat.
Doch diese Illusion war schnell vorbei. Seit mehr als einem Jahrzehnt befindet sich das Land in der Dauerkrise. Es hat sich ein riesigen Schuldenberg angehäuft, und die Regierungen der letzten Jahre haben sich samt und sonderns als unfähig erwiesen, die tiefen Strukturprobleme im Verwaltungs-, Bildungs- und Gesundheitswesen zu lösen. Die Nationalkonservativen des Bundes Junger Demokraten, derzeit in der Oppo- sition, vergiften die öffentliche Stimmung schon seit Mitte der Neunzigerjahre mit ultrarechter Rhetorik. Gleichzeitig machen Politiker aller Parteien durch Korrupti- onsaffären von sich reden. Hinzu kommt nun die globale Finanzkrise: |
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Einen Staatsbankrott konnte Ungarn nur durch Notkredite von EU, IWF und Weltbank abwenden.
Kurzum: Den Ungarn geht es schlecht. Und mit der schieren Existenznot der ungarischen Bürger wächst die Zustimmung zu den Rechtsradikalen. Laut einer aktuellen Mei- nungsumfrage sympathisiert jeder zehnte Ungar mit der paramilitärischen "Ungari- schen Garde" von Jobbik, und mehr als die Hälfte aller Befragten fürchten sich vor "Zigeunerkriminalität".
Hört man sich in Ungarn um, dann wissen auch die Rechtsradikalen natürlich kein Mittel, wie Ungarn aus der Krise herauskommt. Aber sie wissen, wer Schuld ist: Die Juden und Roma. Angeführt werden sie von Krisztina Morvai, 42 Jahre alt, blond, unwahrscheinlich attraktiv - aber voller Hass auf Juden und Roma. "Ungarn den Ungarn" lautet ihr einfach aber verfänglicher Slogan. Es sind aber keineswegs die bereits Gescheiterten, die sich Jobbik anschließen. Es ist die im abkippen begriffene ungarische Mittelschicht. Lehrer, Juristen, Beamte. Sie alle bezeichnen sich als Patrioten.
Die dunkelste Seite der Patrioten aber ist die "Ungarische Garde". Ein gefährlicher rechts- radikaler Haufen. Es wird vermutet, dass sie für acht Morde an Roma im letzten Jahr ver- antwortlich sind.
Ende Februar kamen auf besonders hin- terhältige Weise im Dorf Tatárszentgyörgy zwei Roma ums Leben: Zunächst zündeten |
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