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Was ist los im Iran?
15.06.2009
Wahl
Seit dem Wochenende brodelte es im Iran. Ungewohnte und seltene Bilder von aufbe- gehrenden Demonstranten gegen die an- scheinend manipulierte Präsidentschafts- wahl flimmern über unsere Fernseher. Wie ist das einzuschätzen?

Für Montagmorgen waren friedliche Demon- strationen des Wahlverlierers Mir Hussein Mussawi gegen die angeblich manipulierte Wahl vom Wochenende angekündigt. Früh morgens hieß es dann, die Demonstration soll verboten werden; gegen acht Uhr kam dann wieder die Meldung, dass die Demonstration gegen den Wahlgewinner, Staatspräsident Ahmadinedschad, gestattet sein soll.

Demonstriert wird dabei gegen den angeb- lichen Wahlbetrug des amtierenden und wiedergewählten iranischen Staatspräsi- denten Ahmadinedschad. Tatsächlich gab es bei den iranischen Präsidentschaftswahlen einige Merkwürdigkeiten, die nachdenklich machen, zumal keine unabhängigen Wahlbeobachter zugelassen wurden.

Allerdings muss auch festgestellt werden, dass ein Wahlbetrug im großen Stil wohl nicht stattgefunden hat. Das berichten, soweit es Ihnen möglich ist, auch ganz aktuell die Korrespondenten der Öffentlich Rechtlichen TV-Anstalten aus dem Iran. Mehr als fünf Millionen Iraner haben den amtierenden Staatspräsidenten gewählt. Fünf Millionen Stimmen lassen sich nicht fälschen.

Derzeit sitzt das Mullah-Regime um Ahmadinedschad zu fest im Sattel. Selbst bei absolut freien Wahlen müßte der Präsident wohl nicht um seine Mehrheit fürchten, denn Ahmadinedschad genießt die uneinge- schränkte Unterstützung von Ayatollah Khamenei und der klerikalen Führungs- schicht des Landes. Insofern ist es auch ein großer Teil der eigenen Frustration der Anhänger des Verlierers Mussawi, die die Unruhen auf der Straße befeuern.

Und der Westen sollte sich auch nicht zu sehr auf die Seite Mussawis stellen - nur die Tatsache, dass er gegen den, bei uns nicht gelittenen Ahmadinedschad angetreten ist, macht ihn weder zu einem Demokraten, noch zu einem iranischen Reformer á la Gor- batschow.

Der Iran ist ein zwiegespaltenes Land: In Teheran sitzen die eher westlich orientierten Jugendlichen, Studenten, die Stadtbürger mit den finanziellen Möglichkeiten übers Wochenende zum Skifahren in die Teheraner Bergen zu fahren und sich dort Freiheiten vom täglichen Leben zu nehmen. Daneben aber gibt es auch - und das ist die Mehrheit - das ländliche, das arme Iran. Tagelöhner, Bauern, Landarbeiter - und das ist die Mehrheit. Sie haben für Ahmadinedschad ge- stimmt, er ist ihr Hoffnungsträger.

Der Westen sollte nicht den Fehler ein zweitesmal begehen und das westlich orientierte Teheran mit dem Iran gleich-
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