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Chamenei: Der Iran braucht Frieden und Ruhe
19.06.2009
Iran
Seine Rede ist mit Spannung erwartet - ja sogar erhofft worden: Am Freitag hat sich der oberste geistliche Führer des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, erstmals öffentlich geäußert. Er sprach sich dabei für "Frieden und Ruhe" im Iran aus, sagte aber auch, die große Wahlbeteiligung sei ein Ausdruck der großen Liebe der Iraner für ihr Land.

Chameneis Rede wird in den nächsten Tagen noch für viel Diskussionsstoff sorgen. Journalisten und Politiker aller Welt werden sie exegetisch Wort für Wort auf ihre politische Botschaft untersuchen. Zusammen- fassend kann man sagen: Es war für jede politische Richtung etwas dabei.

Für den amtierenden Staatspräsidenten Ahme- dinedschad und seine Anhänger war die Aufforderung, dem Land "Ruhe und Frieden" zu geben sicher wichtig. Aber auch für die Moussawi-Seite waren Botschaften in seiner vorhanden. Chamenei sagte, er sehe die große Wahlbeteiligung seiner Mitbürger als Ausfruck der großen Liebe der Iraner für ihr Land. Und: Er werde keinen "Einfluß auf die Walhlentscheidung" nehmen - die Iraner "hätten selbst entschieden."

Chamenei muss vorsichtigt sein - einerseits ist es nicht der Wille der iranischen Führung eine Lösung à la China, heißt mit brutaler Gewalt zu suchen. Andererseits hängt die Macht Chameneis auch an der Stabilität der Regierung Ahmedinedschads. Er kann den Staatspräsidenten nicht schwächen - er würde selbst stürzen.

Andererseits will er auch die berechtigte Kritik, die sich in den größten Demon- strationen seit 1979 auf den Straßen Teherans entlädt, nicht einfach ignorieren. Acht Menschen sollen bei den Demon- strationen bereits ums Leben gekommen sein, das berichtet das amtlich iranische Press TV. Angeblich sollen auch einige führende nichtregimetreue Politiker verhaftet worden sein. Dafür gibt es aber keine gesicherten Quellen.

Die deutschen TV-Reporter von ZDF und ARD können zwar telefonisch aus Teheran berichten, aber sie haben kaum Mögl- ichkeiten Bilder aufzunehmen. So auch nicht die Rede von Moussawi, der am Donnerstag zu seinen Anhängern ge- sprochen hatte. Laut Internet soll er dabei die Korruption und die Wirtschaftsprobleme des Irans ange- sprochen haben:" 25 Prozent Inflation ist die Ignoranz der Herrschenden, das ist Diebstahl, das ist Korruption. Wo ist der Wohlstand meines Landes hinge- kommen? Der Iran muß faire Wahlen durchführen. Das ist von nationalem Interesse," soll die Bot- schaft Moussawis gelautet haben.

Und er sagte weiter" Der gegenwärtige Iran ist nicht das Land, das Ayatollah Khomeini schaffen wollte." Moussawi selbst ist eher Reformer wider Willen, er ist quasi durch die Massenproteste an die Spitze der Opposition getragen worden, obwohl er selbst seit fast dreißig Jahren zum inneren Führungskern der iranischen Regierung gehört.

























Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
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