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Rund 100 Tote bei Kämpfen mit Islamisten in Nigeria
27.07.2009
Nigeria
Bei Angriffen von Islamisten auf Polizei- stationen in der nigerianischen Region Bauchi soll es mindestens 100 Tote gegeben haben. Das berichtet ein BBC-Reporter. Bereits seit Tagen kommt es in Nigeria zu Aus- schreitungen. Nigeria ist ein multi-ethnischer und multi-religiöser Staat. Immer wieder war auch Nigeria Ausgangsort von islamischen Erneuerungsbewegungen.

Nigerias 140 Millionen Einwohner sind etwa je zur Hälfte Muslime und Christen. Säkulares und islamisches Recht existieren zum Teil nebeneinander. Während der Norden des Landes muslimisch geprägt ist, leben die meisten Christen im Süden. In den ver- gangenen zehn Jahren kam es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Religionen.

In den letzten Tagen lieferten sich in den drei nördlichen Bundesstaaten Yobe, Borno und Kano isalmische Rebellen heftige Gefechte mit der Polizei. Das berichtet der britische Sender BBC. Ein Reporter berichtete von 100 Toten allein in Borno.

Bereits am Sonntag hatten Islamisten in der Stadt Bauchi im gleichnamigen Bundesstaat Polizeistationen angegriffen. Fast 40 Men- schen starben. Bei den Angreifern soll es sich zum Teil um Anhänger des islamischen Predigers Mohammed Yusuf handeln, der sich gegen westliche Bildung wendet.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit ca. 140 Millionen Menschen und hat große Erdölvorkommen, Nigeria ist sechst größter Erdölproduzent der Welt. Bislang ist es jedoch nicht gelungen, diesen natürlichen Ölreichtum zur Entwicklung des Landes einzusetzen. Nigeria gehört zu den krimi- nellsten Staaten der Welt - seine Hauptstadt Lagos mit etwa 11 Millionen Einwohnern, ist berüchtigt. Die sogenannte "Nigeria-Connection" hat auch in Europa Schalgzeilen gemacht. Dahinter verbergen sich Betrüger, die ihre europäischen Opfer anschreiben und ihnen versprechen, dass sie sehr reich werden können, wenn sie einen kleinen Eurobetrag auf ein ange- gebenes Konto überweisen. Dabei, so die Masche, handelt es sich um einen geschäftlichen "Notfall", um ein in Europa registriertes Konto freizuschalten auf dem dann Millionen liegen sollen. Diese würde man nach der Freischaltung aus Dankbarkeit dann teilen. Erstaunlicherweise gibt es jedes Jahr immer wieder Menschen, die darauf reinfallen.

Weit verbreitet in Nigeria selbst sind Ent- führungen gegen Lösegeldforderungen. Davon betroffen sind vor allem Nichtafrikaner, sollten sie es wirklich wagen, Nigeria oder Lagos zu betreten. Bereits seit Jahren weigern sich beispielsweise die Korres- pondenten der öffentlich-rechtlichen Fernseh- anstalten, Nigeria zu bereisen. Das wäre weitaus gefährlicher als Afghanistan.

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