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2016 - Die Welt zu Gast in Rio
02.10.2009
Olympia
Nach sechs Anläufen ist es geschafft: Olympia 2016 findet in Rio statt. An der Copa- cabana wird gefeiert - Mitbewerber Chicago trauert. Ein Blick hinter die Kulissen des Landes zeigt: Brasilien ist gut gerüstet für den Touristenansturm - auch wenn es noch gehörige schwarze Flecken auf der Weste gibt.

Sechsmal hat sich Rio beworben und sechsmal hat das Internationale Olympische Kommitee "Njet" gesagt - jetzt hat es geklappt: 2016 werden die Olympischen Spiele zum erstenmal in Südamerika stat- tfinden, zum erstenmal damit auch in Rio. Und das ist gut so.

Nicht weil in Rio dauernd die Sonne scheint, oder weil es Caipi vom Himmel regnet und alle dauernd Samba tanzen - nein. Sondern weil Brasilien in den letzten Jahren einen enormen Sprung nach vorne gemacht und sich Olympia nun endlich verdient hat. Brasilien hat nicht nur die Finanzkrise ohne internationale Hilfe überstanden, sondern sich sogar schneller davon erholt als Europa. Brasilien ist wirtschaftlich bereits die zehnt stärkste Nation der Welt und liegt damit sogar vor Kanada.

Zu verdanken hat Brasilien das dem Erdöl vor seinen Küsten - und genau davon profitiert Rio de Janeiro jetzt. Nach sieben schlechten Jahren, die gekennzeichnet waren von Drogenkriegen, Mord und Niedergang, geht es in Rio dank des Ölgeldes seit etwa drei Jahren wieder bergauf. Rio, mit seinen rund 11 Millionen Einwohnern ist dabei wirt- schaftlich zu Sao Paolo aufzuschließen, das mit seinen rund 20 Millionen Bewohnern nicht nur doppelt so groß ist, sondern überdies auch das wirtschaftliche Herz des Landes ist.

Zum erstenmal in der Geschichte scheinen in Rio auch Bürgermeister Eduardo Paes, der Provinzgouverneur und Staatspräsident Lula an einem Strang zu ziehen - zum Wohle der Stadt, zum Wohle Brasiliens, das von diesen Spielen profitieren wird. Während vor Jahren all diejenigen die Stadt verlassen haben, die es sich leisten konnten, weil sie an der Korruption und dem Verbrechen verzweifelt sind, kommen jetzt viele davon zurück.

Dass Rio de Janiero Großereignisse durch- aus stemmen kann - und das ohne ins kriminelle Chaos zu versinken, das hat Rio vor zwei Jahren bei den Panamerikanischen Spielen bewiesen und beweist es auch an jedem Jahreswechsel und Karneval. Die Ereignisse ziehen Menschenmassen in die Stadt und auf die Straße, ohne dass Nen- nenswertes passiert.

Da Rio in zwei Jahren, also 2012, bereits die Fußball-WM ausrichten wird, sind schon gut ein Drittel der Sportstätten fertig, die auch dann 2016 für Olympia zur Verfügung stehen werden. Das mag mit ein ausschlag- gebender Grund dafür gewesen sein, Olympia nach Rio zu geben.

Zu verbessern sind bis dahin allerdings noch die Verkehrssysteme. Von der versprochenen U-Bahn, die bis 2007 zu den Panameri- kanischen Spielen fertig sein sollte, fehlt bis heute jede Spur. Auch sonst lassen Transportwesen und Straßen in Rio sehr zu wünschen übrig. Rund 30 Milliarden Real wird Olympia die Sadt kosten - aber die Olympiazusage hat die Menschen motiviert. "Jetzt wird alles gut", sagte eine Frau in die Fernsehkamera, eine derer, die an der Copacobana die Zusage feierte. Und wenn es nur war, dass man einmal in der Geschichte die USA überflügelt hat, hat es sich für Brasilien gelohnt.






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