Barack Obama ist kaum ein Jahr im Amt - und doch schon lange genug, um den Friedensnobelpreis zu erhalten. Ihm wird damit bescheinigt, dass Worte manchmal eben doch mehr wert sein können als Taten. Denn während sich der US-Präsident massiv um Entspannung der Beziehungen ins- besondere zur islamischen Welt bemüht hat, sind die meisten der seit Antritt bestehenden Krisenherde selbstverständlich noch aktiv. Iran bastelt an seinen Bomben, Nordkorea wird zunehmend zum Irrlicht und der Nahost-Konflikt schwelt weiter vor sich hin.
Diese frühen Lorbeeren für Obama sind riskant. Nicht so sehr für den Präsidenten, sondern für das Nobel-Kommittee. Denn wer weiß, was in den kommenden Jahren geschehen wird. Weitere US-Kriege, bei- spielsweise gegen den Iran, sind ebenso denkbar wie eine Eskalation in Afghanistan. Ein Erfolg der demokratischen Entspan- nungsrhetorik ist nicht garantiert. |
Es scheint, als trete das Nobelpreis-Kom- mitee mit seiner Entscheidung mit Freude auf die ohnehin schon arg zerfledderte Leiche der letzten US-Regierung ein. Schon die Nobelpreise für Jimmy Carter und Al Gore waren eine gezielte Desavouierung der damaligen republikanischen Regierung. Der Nobelpreis für Obama setzt jetzt noch einen drauf.
Und das sicherlich nicht nur zu Obamas Gunsten. Denn für die amerikanische Rechte ist der Preis schon jetzt mehr Stigma als Ehre. Und genau das wird der Präsident seitens Fox News und Konsorten jetzt auch zu hören bekommen. Und auf Applaus aus dem Ausland können sich US-Präsidenten bekanntlich ein Ei pellen.
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