Amerika, das Land der freien Rede, hatte heute viel zu besprechen. Die Nachricht aus Europa, dass US-Präsident Barack Obama den Friedensnobelpreis bekommt, hat viele Amerikaner überrascht und erfreut.
Sie hat aber auch viele wütend gemacht. “Wir sind uns einig mit den Taliban - er hat das nicht verdient”, meint der berühmteste der konservativen Radiomoderatoren, Rush Limbaugh. “Jetzt ist Obama in einem exklusiven Club - unter anderem mit Jassir Arafat.”
Über Stunden durften sich Hörer in seiner Radiosendung, die in Deutschland zeitweise auch auf AFN zu hören ist, über den Friedensnobelpreis für ihren Präsidenten aufregen. “Er ist ein Idiot”, meinte Suzanne aus Los Angeles. “Er hat diesen Preis nicht verdient und auch die Präsidentschaft nicht.”
In den Shows der Radio- und Fernsehmoderatoren Rush Limbaugh, Glenn Beck, Sean Hannity oder Bill O'Reilly kann man die Gedankenwelt des rechtskonservativen Amerikas verfolgen. Gott, Glaube, und Waffen - diese Worte tauchen immer wieder auf.
Liberales Gedankengut gilt als Bedrohung des “American Way of Life”. Ein schwarzer, weltoffener Präsident, der auf Multilateralismus setzt, wird von Moderatoren und Publikum als gefährlich angesehen. Obama bedrohe die Vormachtstellung der USA, meint Rush Limbaugh: “Die Nobel-Leute haben zu Obama gesagt: Wir lieben, was Du da tust. Du zerstörst Dein Land als Supermacht. |
Wir lieben geschwächte, kastrierte Vereinigte Staaten.”
Obama solle den Preis ablehnen, meint Moderator Glenn Beck in seiner Radiosendung. Die Entscheidung sei “ein Witz”. Aber Obamas Arroganz lasse es nicht zu, den Preis nicht anzunehmen. Einen Friedensnobelpreis für einen republikanischen Prasidenten würden Fox-Moderatorin Greta van Susteren und auch Rush Limbaugh aber durchaus akzeptieren. “George Bush hat 50 Millionen Muslime befreit - einen Preis bekommt er aber nicht, nur Verachtung.”
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