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Es war das scheußlichste und größte Kriegs- verbrechen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg: Beim Massaker von Srebrenica wurden durch Serben rund 8000 bos- nischer Muslime getötet. Also fast dreimal soviel Menschen, wie bei den Anschlägen von 9/11 ums Leben kamen. Der Verantwortliche dafür ist Radovan Karadzic. Am Montag beginnt sein Prozeß in Den Haag.
Die Bilder waren alle live im Fernsehen zu sehen: Die Belagerung und der Beschuß von Sarajewo, der Anschlag auf den Markt von der Stadt, Menschen, Alte, Junge, Kinder, Frauen, die sich beim Wasserholen an die Haus- wände drückten um von den "Snipern", dern serbischen Scharfschützen nicht ab- geknallt zu werden wie Hasen. Relativ früh wußte man auch, dass auf dem nahe- gelegenen Berg Igman, da wo die ehemalige Olympia-Skischanze stand, die Serben ein Verge- waltigungslager für bosnische Frauen eingerichtet hatten.
An den Wänden dieser so mißbrauchten Ski- anlage waren große errigierte Penise gemalt und auf serbisch alle Widerlichkeiten be- schrieben, die Männer Frauen antun können. Auch Monate nach dem Krieg hat niemand die Zeichnungen und die Inschriften beseitigt. Und die Internationale Gemeinschaft? Sie ließ lange, lange Zeit die Bosnier den Kriegszoll zahlen.
Wer dann dachte, dass nach Sarajewo nichts Schlimmeres mehr kommen würde, der wurde im Juli 1995 auf schreckliche Weise aufgeklärt: Rund 8000 bosnische Muslime wurden auf Lastwagen verladen und an- schließend exekutiert. Das Trauerspiel war auch ein Versagen den UNO, der EU und der in der Enklave Srebrenica stationierten UN-Blauhelme gewesen.
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Zwar war auf serbischer Seite Ratko Mladic militärisch verantwortlich für die Exekutionen, doch politisch hielt Karadzic die Zügel in der Hand. Er war es, der im März 1995 die sogenannte "Direktive 7" erließ, heißt, durch Mili- täroperationen den eingeschlossenen Bosniern in der Enklave Srebrenica das Überleben unerträglich machen zu machen. Hilfstransporte beispielsweise wurden unter- bunden, viele Einwohner Srebrenicas starben an Entkräftung und Hunger. Wie gesagt, das alles wurde, wenn man es sehen wollte, im Fernsehen übertragen und die Zeitungen berichteten darüber.
 Karazic als Politiker, links. Rechts nach seiner Fest- nahme 2008.

Die Männer wurden in ein Internierungslager, angebracht wäre das Wort KZ, in den Nähe von Bratunac gebracht. Auch diese Bilder gingen um die Welt. Das brühmteste viel- leicht, das von den völlig ausgemergelte Bosniaken am Zaun des KZs, die ihre Todesangst und Verzweiflung einem öster- reichischen Fernsehteam in die Kamera stammelten. Doch es kam wieder keine Hilfe. Europa, die UN und die NATO schauten zu, wie 8000 Menschen anschließend exekutiert und in Massengeräbern verscharrt wurden.
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