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Klimagipfel in Kopenhagen: How long have you been waiting?
16.12.2009
Warteschlange
Schon in der ersten Woche zeichnete sich in Kopenhagen ab: nicht nur die Verhandlungen sind ein ganz dicker Brocken auch die Organisation dieser internationalen Konfer- enz ist kaum zu bewältigen. Kerstin Spriesterbach berichtet für tagesblick.de täglich aktuell aus Kopenhagen.

Über 45.000 Menschen haben sich für diese 15. Klimakonferenz angemeldet: fast 15.000 Verhandler sowie Parlamentarier aus den einzelnen Staaten sind dabei. Dabei sein wollen aber auch Wissenschaftler, Gewerk- schaftler, Lobbyisten und natürlich die Aktivisten der Umwelt- und Entwicklungs- verbände - alle diese Teilnehmer haben den sogenannten Observer-Status. Angemeldet für die Konferenz in Kopenhagen haben sich über 25.000; hinzu kommen über 5000 Medienvertreter.

In das Bella Center im Süden von Kopen- hagen selbst passen allerdings nur 15.000 Menschen, die Zugangskriterien vor allem für die Observer und NGOs (Non Governmental Organisations) sind zu Beginn dieser Woche drastisch verschärft worden. Jede angemel- dete Organisation kann gerade mal ein Fünftel ihrer angemeldeten Teilnehmer auf der Konferenz unterbringen, die anderen müssen draußen bleiben.

Doch selbst diese Beschränkung hilft den Organisatoren nicht. Dramatische Szenen spielen sich schon am Montag ab. Leute warten acht Stunden im Nasskalten und müs- sen dann ohne Akkreditierung wieder gehen. Ohne warme Getränke, ohne aus- reichend Toiletten, ohne Mitgefühl seitens des Sicher- heitspersonals. Von den 20 Sicherheitsschleusen sind gerade zwei
geöffnet - jede halbe Stunde werden etwa 70 bis 80 Leute durchgelassen. Die meistge- stellte Frage heißt also nicht: „Where are you from?“ sondern „How long have you been waiting?“

Doch selbst nach diesen genommen Hürden heißt das noch nicht, dass man dabei sein kann. Kurz vor den Akkreditierungs-Desks heißt es nun: Zutritt nur mit einem zweiten Sonderausweis. Eine Mitarbeiterin einer Entwicklungsorganisation aus Asien musste somit feststellen, dass sie den ganzen weiten Weg aus ihrer Heimat völlig umsonst nach Kopenhagen zurückgelegt hat - sie wird keinen Zutritt zur Konferenz erhalten. Ein Drama, wenn man bedenkt, dass viele Organisationen seit Monaten nichts anders tun als auf die Klimakonferenz hinzuarbeiten.

Währenddessen beginnt im Konferenz- zentrum die Phase, in der sich Umwelt-Minister einigen sollen. Die Verhandlungs-Positionen zwischen USA und Europäischer Union, China und den USA, der Euro- päischen Union und den Entwicklungs- und Schwellenländern sind verhärteter denn je. Die Minderungsziele sind zu hoch, die Minderungsziele sind zu niedrig. Die Finanztransfers sollen langfristiger verab- redet werden, die Finanztransfers sollen höchstens bis zum Jahr 2012 festgelegt werden. Die AOSIS-Staaten (Insel-Staaten, die am stärksten von einem steigenden Meeresspiegel betroffen sein werden, z.B. Malediven) stehen bisher nicht hinter dem 2-Grad-Ziel, sie verlangen eine Verschärfung auf 1,5 Grad. Begründung: sie würden kein internationales „Selbstmord-Abkommen“ un- terzeichnen. Die G77-Staaten sorgten am Montag schon für einen Eklat als sie unter Protest den Saal verließen und die Ver- handlungen ausgesetzt wurden.

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