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Stillstand und Chaos in Kopenhagen
16.12.2009
Klimagipfel
In Kopenhagen treten die Verhandlungen auf der Stelle, dafür sind die Polizisten um so tätiger. Selbst der kleinste Streik wird von den Polizisten unterbunden. Der negative Höhe- punkt ist am Mittwoch der Rücktritt der bisherigen Konferenzchefin Connie Hede- gaard gewesen. Neuer Chef ist der dänische Ministerpräsident Lars Ras- mussen. Kerstin Spriesterbach berichtet ihre Eindrücke aktu- ell für tagesblick.de aus Kopenhagen.

Ganz harmlos fing es an: etwa zwei Dutzend Umweltaktivisten - alle um die zwanzig Jahre alt -beginnen einen Sitzstreik im Zentrum des Bella-Centers. Dort, wo die Delegierten in den Cafeterien mal schnell ein Sandwich essen und Kaffee kaufen.

Die Aktivisten sitzen im Kreis und halten Schilder hoch: „Fair, ambitious and legally binding“. Bei allem, was in Kopenhagen in den letzten Tagen passiert ist, ist das alles, nur keine große Protest- Nummer. Doch nach etwa einer halben Stunden kommt ein Beamter und eine Hand voll UN-Polizisten, wollen, dass die Aktivisten aus dem Weg gehen. Diskussionen, Drohungen, die Aktivisten beschließen dennoch: sie wollen bleiben. Der Beamte kontrolliert die Kon- ferenzausweise, die jeder Teilnehmer offen tragen muss und notiert sich die Namen der NGOs, über die sich die Aktivisten akkreditiert haben.

Inzwischen stehen längst jede Menge Foto- grafen und Kamerateams da und doku- mentieren das Geschehen. „Das werden die jetzt nicht wirklich wagen - nicht nachdem,
was in den letzten Tagen passiert ist“, wird noch gehofft. Doch dann greift die UN-Polizei tatsächlich ein und trägt die jungen Aktivisten unter lauten Buh-Rufen weg. Junge Leute, die vollkommen friedlich für ein faires und ambitioniertes Klimaschutzabkommen kämpf- en. Während die Kameras laufen.

Symptomatisch für die gesamte Überfor- derung des Konferenz-Veranstalters. Erst hat man viel zu viele Akkreditierungen zuge- lassen, dann wurde zu Beginn der zweiten Woche der Zugang für NGOs massiv beschränkt. Donnerstag und Freitag sollen gar nur noch 90 (!) der über 15.000 gemeldeten Observer dabei sein dürfen - ab Donnerstag ist somit für die allermeisten Beobachter die Konferenz vorbei. Voll- kommen überraschend wurde heute der BUND komplett von der Konferenz ausge- schlossen. Der Umweltverband ist in den letzte Jahren wahrlich nicht als Vereinigung aufgefallen, die besonders laute, verant- wortungslose oder gar gewaltbereite Proteste liebt. Von Willkür und Schikane ist die Rede. Gerüchten kursieren: der norwegische Botschafter wollte den Delegierten des BUND eine Solidaritätsnote überreichen, sei jedoch von den Sicher- heitsbeamten nicht zu ihnen durchgelassen worden.

Die Nerven liegen einfach blank, die Ver- handlungen treten auf der Stelle, das Kon- ferenzzentrum ist zu klein, der Besucher- ansturm ist zu groß, die Umwelt- und Entwicklungsverbände, sind die ersten, die eben dran glauben müssen. Der Chef des
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