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In Kopenhagen treten die Verhandlungen auf der Stelle, dafür sind die Polizisten um so tätiger. Selbst der kleinste Streik wird von den Polizisten unterbunden. Der negative Höhe- punkt ist am Mittwoch der Rücktritt der bisherigen Konferenzchefin Connie Hede- gaard gewesen. Neuer Chef ist der dänische Ministerpräsident Lars Ras- mussen. Kerstin Spriesterbach berichtet ihre Eindrücke aktu- ell für tagesblick.de aus Kopenhagen.
Ganz harmlos fing es an: etwa zwei Dutzend Umweltaktivisten - alle um die zwanzig Jahre alt -beginnen einen Sitzstreik im Zentrum des Bella-Centers. Dort, wo die Delegierten in den Cafeterien mal schnell ein Sandwich essen und Kaffee kaufen.
Die Aktivisten sitzen im Kreis und halten Schilder hoch: „Fair, ambitious and legally binding“. Bei allem, was in Kopenhagen in den letzten Tagen passiert ist, ist das alles, nur keine große Protest- Nummer. Doch nach etwa einer halben Stunden kommt ein Beamter und eine Hand voll UN-Polizisten, wollen, dass die Aktivisten aus dem Weg gehen. Diskussionen, Drohungen, die Aktivisten beschließen dennoch: sie wollen bleiben. Der Beamte kontrolliert die Kon- ferenzausweise, die jeder Teilnehmer offen tragen muss und notiert sich die Namen der NGOs, über die sich die Aktivisten akkreditiert haben.
Inzwischen stehen längst jede Menge Foto- grafen und Kamerateams da und doku- mentieren das Geschehen. „Das werden die jetzt nicht wirklich wagen - nicht nachdem, |
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was in den letzten Tagen passiert ist“, wird noch gehofft. Doch dann greift die UN-Polizei tatsächlich ein und trägt die jungen Aktivisten unter lauten Buh-Rufen weg. Junge Leute, die vollkommen friedlich für ein faires und ambitioniertes Klimaschutzabkommen kämpf- en. Während die Kameras laufen.
Symptomatisch für die gesamte Überfor- derung des Konferenz-Veranstalters. Erst hat man viel zu viele Akkreditierungen zuge- lassen, dann wurde zu Beginn der zweiten Woche der Zugang für NGOs massiv beschränkt. Donnerstag und Freitag sollen gar nur noch 90 (!) der über 15.000 gemeldeten Observer dabei sein dürfen - ab Donnerstag ist somit für die allermeisten Beobachter die Konferenz vorbei. Voll- kommen überraschend wurde heute der BUND komplett von der Konferenz ausge- schlossen. Der Umweltverband ist in den letzte Jahren wahrlich nicht als Vereinigung aufgefallen, die besonders laute, verant- wortungslose oder gar gewaltbereite Proteste liebt. Von Willkür und Schikane ist die Rede. Gerüchten kursieren: der norwegische Botschafter wollte den Delegierten des BUND eine Solidaritätsnote überreichen, sei jedoch von den Sicher- heitsbeamten nicht zu ihnen durchgelassen worden.
Die Nerven liegen einfach blank, die Ver- handlungen treten auf der Stelle, das Kon- ferenzzentrum ist zu klein, der Besucher- ansturm ist zu groß, die Umwelt- und Entwicklungsverbände, sind die ersten, die eben dran glauben müssen. Der Chef des |
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