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Ja, es gibt tatsächlich ein Abschluss- dokument auf dem Klimagipfel in Kopen- hagen. In letzter Minute sozusagen, doch rechtsverbindlich ist es nicht. Geeinigt hat man sich nur darauf, dass der Tem- peraturanstieg zwei Grad nicht über- steigen soll. Mehr war nicht drin. Gebremst haben vor allem China und die USA. Kerstin Spriesterbach für tagesblick.de aktuell aus Kopenhagen.
Die Koffer, derer die in den nächsten Stunden abreisen, stehen in der Hotellobby. Von Minute zu Minute wird die Lobby voller - weit mehr als die Hälfte der Konferenzteilnehmer reisen heute schon ab. Stunden bevor ganz offiziell die Gipfelergebnisse verkündet werden sollten.
All diejenigen, die in der Hotellobby auf das Taxi zum Flughafen warten, sind in den letzten Tagen von der Konferenz ausge- schlossen worden. Das heißt, dass sie sich eben via Internet oder den Fernseher über den Stand der Verhandlungen im Kon- ferenzzentrum informieren müssen. Am morgen gegen 9.30 Uhr ist die Limousine mit dem US-amerikanischen Präsidenten noch am Hotel vorbeigerauscht - da gab es noch Resthoffnungen auf einen guten Ausgang.
Doch die Ereignisse waren ernüchternd bis enttäuschend. Bis nach 12 Uhr, also zwei Stunden länger als protokollarisch vorge- sehen, saßen die Staats- und Regier- ungschefs der G 20 zusammen und versuchten doch noch einen Minimalkonsens zu erringen, nach dem die Verhandlungen in der letzten Nacht wieder ohne Ergebnisse endeten. |
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Währenddessen warteten im Plenum über 100 Staats- und Regierungschefs - nur um dann zu erleben, dass sich sowohl die chinesische als auch US-amerikanische Seite keinen Zentimeter aufeinander zu bewegt hat. Zunächst sprach der Premier der Volksrepublik China Wen Jiabao zum Plenum: China ist sich bewusst, dass der Klimawandel ein ernstes Problem sei, deshalb unternimmt das Land alles um die Energieeffizienz zu steigern und Erneuerbare Energiegewinnung auszubauen. Doch immer noch sei ein Fünftel der Bevölkerung sehr arm, deshalb sei man auf Unterstützung der Industrieländer angewiesen.
Kein Wort zu einer bindenden Redukti- onsverpflichtung, kein Zugeständnis, was die Transparenz der Emissionsminderungen angeht. Bis zuletzt war die Weigerung Chinas die Emissionsreduktion international und unabhängig überwachen zu lassen, der Hauptkritikpunkt der USA.
Wenige Minuten später spricht Obama. Auch er beharrt auf den bisherigen Position, keine Veränderung. Sein Ton ist scharf, wenn er die versprochenen Klimaschutzgelder an Be- dingungen knüpft und die gehen eindeutig in Richtung der Chinesen. Was am meisten aufstößt: US-Präsident Barack Obama geht nicht wie jeder andere über den Haupt- eingang des Plenarsaals, sondern kommt durch die Hintertür und verlässt den Saal nach seiner Rede dort auch wieder. Solche Gesten können angesichts der sehr ange- spannten Situation im Konferenzzentrum ordentlichen Schaden anrichten.
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