Droht neben dem Irak und Afghanistan nun der Jemen zum dritten Krieg Obamas zu werden? Die ersten beiden sind geerbt - Jemen aber wäre sein eigener Krieg, mit allen Konsequenzen.
Erst im November hat Obama in Oslo der Friedensnobelpreis entgegengenommen. Dieser Preis war ein Darlehn auf eine noch einzulösende friedliche Zukunft. Diese aber steht immer mehr in Frage. Spätestens seit ein junger Nigerianer vor zwei Wochen, anscheinend ausgebildet im Jemen, versucht hat, ein Amerikanisches Flugzeug in die Luft zu sprengen.
Von Obamas Vorgängern kennen wir den Reflex: Um im eigenen Land nicht als handlungsunfähig dazustehen, werden gerne gezielte Luftschläge gegen vermeintliche Gegner, Terrorcamps, etc. eingesetzt. Wird Barack Obama dieser Wild-West-Logik wiederstehen können? Wird er das auch innenpolitisch durchhalten? Denn sicher ist: Diese Luftschläge, wahlweise auch Invasi- onen, haben die Welt keineswegs sicherer gemacht. Sie haben auch kein je an- stehendes Problem gelöst. Im Gegenteil.
In der Vergangenheit haben solche Aktionen kaum je die Schuldigen getroffen, sondern vor allem zivile Opfer gefordert - das aber wiederum ist Wasser auf den Mühlen der islamistischen Terroristen, So sichert man sich keine Unterstützung des Bevölkerung, sonder sichert den Zulauf für die Terror- camps.
Solche Aktionen tragen auch nicht zur lang- fristigen Stabilität des Jemens oder zu seinem wirtschaftlichen Aufbau bei. |
Eine Entwicklungsstrategie für Jemen haben die USA derweil sowenig wie für Afghanistan oder Irak. Das Scheitern wäre somit vor- programmiert.
Ob ein möglicher Luftschlag zur inter- nationalen Glaubwürdigkeit Obamas beitra- gen würde, bleibt ebenfalls dahingestellt. Man kann nicht über Abzugsszenarien in Afghanistan reden und gleichzeitig die dort erwiesenen Fehler des militärischen Vor- gehens im Jemen anwenden. Vielleicht aber kann Obama dem Druck wiederstehen - schließlich steht die Afghanistan-Konferenz in London an. Das wäre der geeignete Rahmen um auch über den Jemen zu reden. |