zurück zum Archiv
Neckermann UrlaubsWelt

     |   RSS   |   Suche     
Aktuelles Washington Weekly Hintergrund 
StartAuslandAktuelles
Aktuelles
Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken Diesen Artikel weiterempfehlen Diesen Artikel weiterempfehlen
Sieben koptische Christen nach Weihnachtsmesse erschossen
07.01.2010
Massaker
Sieben koptische Christen sind nach der Weihnachtsmesse in Nag Hammadi ver- mutlich von islamistischen Fanatikern erschossen worden. Das berichtet die ARD am Donnerstag. Doch schon im November gab es Unruhen zwischen Muslimen und Christen in der Region.

Wie die ARD weiter berichtet, sind mindestens neun weitere Menschen bei diesem Anschlag verletzt worden. Drei Männer haben aus einem vorbeifahrenden Auto heraus das Feuer auf die koptischen Gläubigen eröffneten. Es war der fol- genschwerste Angriff auf koptische Christen in Ägypten seit zehn Jahren. Bei den Toten handele es sich um sechs Kopten und einen Muslim, der als Wachmann für die Kirche gearbeitet habe. In der ägyptischen Provinz kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Angehörige der koptischen Kirche.

Bischof Kirollos von der oberägyptischen Diözese Nag Hammadi (Provinz Kena) sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, er selbst sei vermutlich das eigentliche Ziel der Mörder gewesen. Er sei nach der Messe mit seinem Auto von der Kirche weggefahren, so der Bischof, habe gemerkt, dass ihn ein Wagen verfolgte und sei umgekehrt. Als er vor dem Hintereingang des Gotteshauses eintraf, schossen seine Verfolger auf eine Gruppe von Oberschülern, die vor dem Gebäude miteinander plauderten. Der Bischof erklärte, er habe die Messe aus Sicherheitsgründen früher als sonst abgehalten.

Doch schon im November gab es Unruhen zwischen Muslimen und Christen in der Region. In der Nacht auf Dienstag, dem 24. November, wurde das Dorf Abu Schuscha Schauplatz der Gewalt. Laut Bischof Kirollos stammten die Angreifer aus dem Nach- bardorf Abu Tescht. Die Angreifer setzten mindestens drei Geschäfte von koptischen Christen in Brand und plünderte sie, ebenso eine Apotheke.

Begonnen hatten die Unruhen, die außer der Stadt Farschout sieben umliegende Dörfer erfassten, bereits einige Tage früher: Die Polizei hatte einen jungen Christen festgenommen. Vorgeworfen wurde ihm, er hätte sich an einem jungen Mädchen vergangen. Als das Gerücht sich verbreitete, versammelten sich nach dem Polizeibericht 3000 Muslime vor dem Polizeigebäude in Farschout. Die Polizei weigerte sich, der Menge den Verdächtigen zu übergeben, daraufhin wurden Steine gegen das Gebäude gewörfen.

Noch im November richteten 14 ägyptische Menschenrechtsorganisationen und Anwälte einen Appell an Präsident Mubarak. Sie forderten sein unverzügliches Eingreifen zugunsten der Opfer, ihren wirksamen Schutz und Entschädigungen sowie die Bestrafung der Täter und besonders der Anstifter der Unruhen. Auch die untätig gebliebenen Polizeibeamten müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Sie hätten untätig «zuge- sehen, wie koptischer Besitz in Farschout geplündert, angezündet und angegriffen wurde».

tagesblick.de - Die Redaktiontagesblick.de - Die Redaktion, redaktion@tagesblick.de
zu den Autoren
 
0 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen:  (Bitte alle Felder ausfüllen!)
 
Name:
 
E-Mail:
 
Kommentar:
 
Spam-Schutz: 
 
Ausland - Aktuelles
Aktuelles
Rubrikartikel
Athen: Europa ist noch nicht am Ende. Hoffnung ist im kleinsten Dorf.  ...mehr
Krieg in Libyen ...mehr
Japan - nur noch Katastrophenmeldungen ...mehr
Japan: Neuer Reaktor vor Explosion ...mehr
Japan: keine Lehren aus Tschernobyl ...mehr


Aktuelleszum Archiv