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"Das ist die schlimmste Tragödie der letzten 50 Jahre", sagte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet in einer Fernsehan- sprache. Am Samstagmorgen wurde Chile von einem Erdbeben der Stärke 8,8 heim- gesucht. Am Sonntagabend wurden rund 700 Tote gemeldet. Das Beben löste auch einen Tsunami aus, dessen Flutwellen jedoch nicht so hoch waren, wie befürchtet.
Auch die kleine chilenische Gemeinde in Deutschland sitzt gebannt vor den Nach- richten aus Chile und versucht seit Samstag Kontakt mit den Verwandten und Bekannten am anderen Ende der Welt zu bekommen. So geht es auch Carmen LLores aus Stuttgart, die seit zwei Tagen nichts von ihrem Sohn in Chile gehört hat.
Die Telefonverbindungen sind gestört, auch die Handys funktionieren nicht. Die Bekan- nten und Freunde ihres Sohnes sind nicht zu erreichen - CNN ist derzeit die fast einzige Verbindung nach Chile, denn CNN sendet Sonderbericht nach Sonderbericht über die Katastrophe. Immerhin Nachrichten, wenn auch schlechte.
Denn am Sonntagabend ist klar - die Zahl der Toten ist mittlerweile auf rund 700 an- gestiegen. Für Carmen LLores geht das unerträgliche Warten auf Verbindung nach Chile weiter. Noch ist die Hoffnung stärker als die schlechten Nachrichten. Bis sie endlich um 23 Uhr deutscher Zeit Nachricht erhält, dass ihr Sohn wohlauf und bei einer Tante untergekommen ist. Die Häuser stehen auch noch. Er hat also Glück gehabt - viele andere nicht.
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Laut Angaben der chilenischen Behörden, wurden rund zwei Millionen Häuser und Wohnungen zerstört. Das Epizentrum des Bebens lag rund 90 Kilometer von Con- cepción entfernt im Meeresgrund des Pazifischen Ozeans in einer Tiefe von etwa 35 Kilometern. Vor allem die chilenische Küste war von den durch das Seebeben aus- gelösten Flutwellen betroffen. In der Stadt Talcahuano wurden zahlreiche Schiffe zum Kentern gebracht. Ein Schiff und unzählige Container wurden in die Hafenstadt ge- schleudert.
Eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung für die ganze südamerikanische Pazifikküste, Hawaii, Australien, Neuseeland, die Philippinen, Japan und Russland wurde inzwischen wieder aufgehoben. Nahe der Stadt Hilo auf der Insel Hawaii wurde eine nur 1,7 Meter hohe Welle gemessen, auf der Insel Maui waren einige Wellen bis zu zwei Meter hoch. "Wir sind noch einmal davon- gekommen", sagte Gerard Fryer, Geophysiker am Pazifischen Tsunami-Warnzentrum in Hawaii. |
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