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Vielleicht hat man Barack Obama doch un- terschätzt, vielleicht wird sein Name einmal in einem Zug mit dem von George Washington genannt werden. Er hat es geschafft, 32 Mil- lionen Amerikanern erstmals in der Ge- schichte der USA eine Krankenversicherung zu geben.
Man hatte ihn fast schon abgeschrieben, den amtierenden amerikanischen Präsidenten. Nichts ging in seinem ersten Jahr richtig gut voran. Die Schließung von Guantanamo? Fehlanzeige. Frieden in Nahost? Die Welt scheint weiter davon entfernt denn je. Dialog mit dem Iran? Nicht vorhanden. Das Sta- atsdefizit? Unermesslich groß.
Obama schien schon in seinem zweiten Amtsjahr vom Heilsbringer zur "lame duck " zu werden, doch am Sonntag hat er in einem Kraftakt das Blatt gewendet: Er hat es als erster Präsident der amerikanischen Geschichte geschafft, seinem Land eine allgemeine Krankenversicherung zu geben. Für amerikanische Verhältnisse ein Wunder, oder die Einführung des Sozialismus, je nachdem, auf welcher Seite man steht.
Die USA waren auf alle Fälle bis zum Wochenende das einzige Land der ersten Welt ohne funktionierende Krankenkasse für alle Bürger. Und die Krankenkassen, die es gab, verursachte horrende Kosten. Nun müssen sich rund 36 Millionen Amerikaner versichern, bei Nichtbeachtung drohen Buß- gelder.
Zwar wird es nach wie vor in den USA keine allgemeine Krankenkasse geben, sondern |
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jeder Bundesstaat bekommt eine eigene, staatlich kontrollierte Kasse, an der sich aber auch private Träger beteiligen dürfen. Die Kosten für diese Reform werden sich auf rund 1 Billion! US-Dollar belaufen. Das treibt die vielfachen Gegner der Reform auf die Barrikaden. Am Dienstag wurde bereits spekuliert ob die Einführung der Kran- kenkassen den Dollar gefährden könnte. Ökonomen befürchten nämlich, dass die Einführung der Pflichtversicherung in den USA teurer werden könnte als geplant.
Neben den ökonomisch orientierten Kritikern stehen die ideologischen Kritiker, die mit Vehemenz eine Kasse für alle ablehnen, weil sie die Einführung des Sozialismus darin verwirklicht sehen. Eine Sicht der Dinge, die sich in Deutschland niemand vorstellen kann. Aber die Emotionen liegen frei, die Aus- dehnung des Staates und die Einschränkung der Freiheit wird von diesen Ideologen befürchtet.
Und der Streit um die Reform ist noch nicht vorbei: Die republikanischen Justizminister von 14 der 50 US-Bundesstaaten reichten unmittelbar nach der Unterzeichnung des Entwurfs Verfassungsklage gegen die Reform ein, da sie ihre Souveränität verletzt sehen. Dabei gehören die Amerikaner zu den Völkern unter den Industrienationen, die die meisten Krankheiten aufweisen.
Eine neue Studie belegt: Jeder vierte Ju- gendliche in den USA ist fettleibig. Bei schwarzen Frauen steigt diese Quote sogar auf 80 Prozent an. Damit einher gehen Diabetes, Bluthochdruck und Herzbe- schwerden. |
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