Oder erinnern wir uns zurück an die Bilder und Berichte auf dem Höhepunkt der Schweinegrippe in den USA: Hustende, röchelnde, fiebernde Menschen retteten sich mehr schlecht als recht über den Tag, weil sie nicht "krank feiern" konnten, sondern arbeiten mussten. Mehr als 99 Prozent alles Erkrankten gingen nicht ins Krankenhaus - sie konnten sich den Lohnausfall im Krankenheitsfall nicht leisten. Das kostete tausende von Amerikanern das Leben.
Selbst wer eine private Krankenversicherung besitzt, ist nur unzureichend abgesichert. Ganz abgesehen davon, dass das amerikanische System das teuerste der Welt ist. Wer hier lange lebt und krank wird hat oft Pech gehabt. Die übliche Versicherung Medicare deckt oft nur 80 Prozent der Kosten ab. Den Rest muss man selbst versichern. Und da zahlt man, bei eingeschränkter Leistung, oft 500 Dollar und mehr im Monat.
Dann gibt es noch Versicherungen für den sogenannten Teil A, B und D, also für A, für den stationärer Aufenthalt in einem Kranken- haus, B, für eine ambulante Behandlung und D, für den Medikamentenzuschuss, wobei man aber zuvor erst alles selbst bezahlen muss. Erschwerend kommt hinzu, dass sich auf diesem privaten Markt eine unübersichtliche Anzahl von Unternehmen und somit Wettbewerbern tummeln, sodaß man die Übersicht verliert.
|
Eine Reform war also dringend notwendig, ob sie den Klagen und dem Ansturm des konservativen Teils der Gesellschaft standhalten wird, bleibt abzuwarten.
|