Am Donnerstagabend, gegen 21. 30h, war es dann soweit: In Brüssel einigten sich 16 europäische Länder der Eurozone auf einen Notfallplan für Griechenland. Der Plan sieht vor, dass Griechenland auf Kredite des IWF, des Internationalen Weltwährungsfonds, zu- rückgreifen kann. Damit setzte sich Bun- deskanzlerin Angela Merkel - teilweise- durch.
Ganz kurz vor dem Gipfel, am Abend in Brüssel, einigten Frankreich und Deutsch- land auf ein gemeinsames Vorgehen. Das bedeutet, dass sich die Bundeskanzlerin mit dem Punkt "Beteiligung des IWF" durchsetzen konnte, doch sie mußte auch Zuge- ständnisse machen: Es stehen nämlich Kredite als "Ultima Ratio" bereit - also dann, wenn ein Griechenland nicht mehr genug Kapital am Finanzmarkt aufnehmen kann. Über eine Freigabe müssen die Euro-Länder einstimmig entscheiden.
Wie aus Brüssel verlautete, hat das als Not- fallplan deklarierte Hilfspaket einen Umfang von etwa 20 bis 23 Milliarden Euro. Doch Griechenland hat bereits angekündigt, diese Hilfen nicht unbedingt in Anspruch nehmen zu wollen. Die griechische Regierung ver- sucht mit einem harten und entschlos- senen Sparplan selbst das Vertrauen der Finanz- märkte zurückgewinnen.
Noch letzte Woche wurde um die Beteiligung des IWF gestritten. Die Euro-Zone könne ihre Probleme alleine lösen und IWF-Hilfen seien eine Blamage, hieß es aus der Europäischen Zentralbank. "Wenn der Internationale Währ- ungsfonds ... die Verantwortung anstelle der |
Euro-Gruppe oder der Regierungen über- nehmen muss, ist das offensichtlich sehr, sehr schlecht", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet einem französischen Fernseh- sender.
Der griechische Regierungschef Papandreou begrüßte den Notfallplan. "Heute haben wir nicht nur Entscheidungen für Griechenland, sondern auch für Europa getroffen", so Papandreu. "Wir schützen unsere gemein- same Währung. Europa kommt gestärkt aus diesem Treffen heraus."
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