Es ist eher selten, dass man autokratischen Herrschern danken muss, aber Ben Ali hat das einzig Richtige getan, er ist am Freitagabend zurückgetreten. Damit hat er dem Land einen großen Dienst erwiesen, das sonst im Chaos versunken wäre.
Die große Frage ist aber: wie geht's nun weiter? Die Amtsgeschäfte hat vorläufig Mohammed Ghannouchi übernommen, doch er gilt als Übergangskandidat, da er wohl nicht das Vertrauen der Militärs genießt. Eine durchgreifende Demokratisierung ist jedoch jetzt nicht zu erwarten, eher eine so genannte " Regierung der nationalen Einheit" , wie sie auch vom tunesischen Aussenminister vorgeschlagen wurde. Dabei würden auch die Spitzen der Opposition eingebunden.
Wie aus Frankreich zu hören war, ist Ben Ali in Frankreich nicht willkommen. Der 74jährige Amtsinhaber, so war heute zu hören, erwägt deshalb eine Weiterreise in die arabischen Emirate. Das wäre immerhin ein unblutiges Ende einer 23jährigen Amtszeit, das die wochenlangen Proteste erzwungen haben.
In Tunesien gilt nach wie vor der Ausnahmezustand, nachdem heute auch wieder rund 80 000 Menschen vor dem Innenministerium in Tunis demonstriert hatten und " Ben Ali get out" skandierten.
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