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Ägypten: Hier sollte ein Interview stehen
28.01.2011
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Hier hätte heute eigentlich ein Interview von tagesblick.de mit einer Ägypterin stehen sollen. Doch im ganzen Land gibt es kein Internet und keinen Mobilfunk mehr. Wir können unsere Informantin nicht erreichen und hoffen, es geht ihr gut.

Ein Land steht auf - und ein autoritärer Herrscher klammert sich an die Macht. Mubarak will nicht weichen und schickt am Freitag das Militär und Polizei auf Kairos Straßen. Nach den Freitagsgebeten waren Demonstrationen in den großen ägyptischen Städten, in Kairo, Alexandria und Suez angekündigt. Die Demonstranten rufen "Mubarak hau ab", und sie beschwören die Einheit von Volk und Militär.

Gerne hätten wir hier heute bei tagesblick.de ein Interview mit einer jungen Ägypterin gebracht, die uns einen direkten Einblick geben wollte, was in Ägypten wirklich los ist. Doch Donnerstag-Nacht, kurz vor Mitternacht, ging das ägyptische Internet offline, wenig später gab es keinen Mobilfunk und keine SMS mehr. Sie ist für uns nicht mehr er- reichbar.

Abgestellt wurden auch die Blackberry und Twitter-Dienste. Deshalb können wir auch keinen unserer anderen Informanten er- reichen. Zudem sind sie auch durch die Ausgangssperre gehindert.

Mittlerweile ist klar, dass es am Freitag in Ägypten zu Toten gekommen ist, besonders in Suez wurde wohl scharf geschossen. In Kairo allein sollen 800 Menschen verletzt worden sein, al Militär und Polizei mit Stöcken und Tränengas gegen die Demonstrationen vorging. In den touristischen Zentren von Hurghada und Sharm el Sheik ist es da- gegen ruhig.

Noch stehen Militär und Polizei zu Mubarak, deshalb versuchen die Demonstranten auch durch ihre Rufe "Volk und Militär sind untrennbar", einen Großeinsatz des Militärs zu verhindern. In Jordanien kam es zwischenzeitlich in verschiedenen Städten zu Solidaritäts-Protestkundgebungen mit Ägypten.

Wie am Freitag im Laufe des Tages bekannt wurde, wurde auch Mohammed El Baradei n Ägypten unter Hausarrest gestellt. Er hatt am Freitag versucht, sich an die Spitze des Protestbewegung zu stellen. Doch als Oppositionspolitiker erster Güte, wie er im Western gerne gesehen wird, gilt er im eigenen Land nicht. Kaum jemand kennt ihn in Ägypten und er ist auch kein Mann des Volkes. Dazu war er zu lange weg und niemand in Ägypten geht für ihn auf die Straße. Er ist isoliert.




Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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