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Erdbeben, Tsunami und steigende Radioaktivität
11.03.2011
Japan
Noch ist das ganze Ausmaß der Katastrophe nicht absehbar, doch vermutlich hat das Beben und die anschließende Tsunamiwelle mehrere Tausende Todesopfer gefordert. Sowohl der Großraum Tokyo, wie auch die Provinz Nagano sind von Nachbeben, deren Stärke meist über einer Magnitude von 5 auf der Richterskala erreichen, betroffen.

Trotz der großflächigen Verwüstung durch das Erdbeben und durch die rund 10 Meter hohe Tsunamiwelle, die die Provinz heim- suchte, richtet sich das Augenmerk derzeit auf das Atomkraftwerk Fukushima, das nicht herunter gefahren werden kann. Das Atom- kraftwerk läuft auf auf Batteriestrom, kann aber damit nicht abgeschaltet werden. Die vorhandenen Notstromaggregate sind vom Tsunami zerstört worden.

Das bedeutet, dass seit dem Nachmittag die Radioaktivität im Atomkraftwerk ansteigt. Bis zum Abend soll sie laut offiziellen japa- nischen Berichten um über das Tausend- fache angesteigen sein. Die japanischen Behörden haben daraufhin beschlossen, radioaktiven Dampf aus dem Atommeiler entweichen zu lassen, um den Druck zu mindern. Der kontrolliert freigesetzte Dampf werde gefiltert, um Radioaktivität in der Anlage zu halten, teilten japanische Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit. Nach wie vor aber besteht die Gefahr einer Kernschmelze.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn ein deutscher Atomexperte sagte, dass selbst bei einer vollständigen Abschaltung soviel Restwärme bestehe, dass eine Kern- schmelze weiterhin möglich sei. Mittlerweile sollen amerikanische Atom-Experten in Japan eingetroffen sein um dort Hilfe zu leisten. Auch außerhalb des Atomreaktors soll die Radioaktivität auf das Achtfache angestiegen sein. Rund um den Atommeiler wurde die Bevölkerung evakuiert.

Sowohl Präsident Barack Obama, wie auch Bundeskanzlerin Angela Merkel haben heute den Opfern und Hinterbliebenen der Natur- katastrophe in Japan ihr Beileid ausge- sprochen und Hilfe angekündigt. Im Laufe des Tages wurde die Tsunamiwarnung für das ganze Pazifikbecken ausgesprochen und am Abend erreichten erste Meldungen von Schäden aus Kalifornien die Agenturen. In Kalifornien sollen Boots- und Gebäude- schäden in einigen Häfen durch 3 Meter hohe Tsunamiwellen verursacht worden sein.

Für die Hawaii-Inseln werden Tsunamiwellen gegen Mitternacht erwartet.



Isabella PfaffIsabella Pfaff, pfaff@tagesblick.de
Journalistin
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