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Athen: Europa ist noch nicht am Ende. Hoffnung ist im kleinsten Dorf.
20.06.2011
Krise
Athen ist nicht Griechenland. Was nach einfacher Wahrheit klingt, ist in Zeiten einer tiefgreifenden Staatskrise aber wesentlich. Während in Athen die Deutschen und besonders Kanzlerin Angela Merkel als das Böse schlechthin gelten, als Verursacher und Gesicht der griechischen Krise, sieht es im ländlichen Griechenland ganz anders aus.

Pylos liegt auf der West-Peloponnes das heißt quasi mitten im Nirgendwo. Und drumherum geht das Nirgendwo schlicht weiter. Die nächst größere Stadt ist Athen, ca. vier bis fünf Autostunden entfernt. Die Landschaft ist wunderschön, die Strände von Patras im Norden bis Mani im Süden unberührt, da unbekannt.

Historiker könnten vielleicht noch wissen, dass in der Nähe das antike Sparta lag, oder dass bei Pylos 1827 die Schlacht von Navarino ausgefochten wurde, mit der Griechenland seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erkämpfte, unter waffenbrüderlicher Mithilfe von Russland, Frakreich und Großbritannien.

Pylos also ist, wie vieles in Griechenland, zwar historisch interessant, aber arm. Oliven werden hier angebaut, Orangen, Tomaten und Gurken. Ein bisschen Fischfang und ein paar Ziegen komplettieren das Leben. So sieht es überall hier aus. Arbeitsplätze die diesen Namen verdienen, gibt es nur im Tourismus. Und der ist, wie schon gesagt, an der ganzen Küste eher rar gesät.

Egal ob in Kalamata, Pylos oder Kyllini, hier sitzen abends die Menschen in den wenigen Dorfkneipen und beobachte die gewalttätigen Demonstrationen in Athen, die Regierungskrise und die gesamte europäische Politik wie ein Theaterstück aus einem anderen Kontinent.

Hier sind die Menschen freundlich, auch und vor allem, nachdem man sich als Deutsche zu erkennen gegeben hat. Ich werde zu Kaffee und Kürbiskuchen eingeladen, und zu netten Gesprächen über Familiäres. Kein böses Wort über
oder zu den Deutschen, kein böses Wort über Angela Merkel.

Der Grund ist einfach erklärte: Krisen, Existenzkrisen, das kennen die Menschen
hier schon seit Jahrhunderten. Man lebt von dem, was die kleine Landwirtschaft
hergibt, vom eigenen Käse, der Milch und dem Gemüse.

Außerdem hält man zusammen, lebt zusammen, legt zusammen: Jeder das, was
er verdient. Irgendwie reicht es dann schon für alle.

Und hier, mitten im griechischen, ländlichen und armen Herzland, macht Not
eben auch erfinderisch. "Weißt du", sagt mir die 29-jährige Dimitria, "ich suche
mir im Sommer, von Juni bis September einen Job im Hotel hier in der Nähe, und
im September, Oktober, wenn hier die Saison zu Ende ist,
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1 Kommentar
 
1) Liebe Isabella!
Der Bericht war wohltuend und hoffnungsbildend! Ich nehme an, er spiegelt das eben erst Erlebte wider ! Dankeschön, vor meinen Augen entstanden bunte Bilder......darf ich bitte erfahren, wo Sie Urlaub gemacht haben ?? Die Urlaubsidee lockt !!
Liebe Grüsse, Susanne Hussong
Kommentar von Susanne Hussong | 30.07.2011 @ 15.38 Uhr
 
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